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Informationen zur Homöopathie

Oft gehörte Argumente - Verweise auf konkrete Studien und Experimente

Weder ist eine gezielte Wirksamkeit teils vollkommen wirkstofffreier Homöopathika nach den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu erwarten, noch lässt sich eine Überlegenheit über Placebo stabil und reproduzierbar nachweisen.[1][2][3] Naturwissenschaftliche Theorie und praktische Überprüfung in klinischen Studien ergänzen sich zu einem stimmigen Gesamtbild.

Dem gegenüber finden sich auf den Webseiten von Homöopathen und homöopathischen Verbänden immer wieder Einwände gegen diese Erkenntnis. Diese Aussagen werden nicht nur dort direkt an die Patienten herangetragen, sondern auch häufig in Pressemitteilungen, Fernsehberichten oder Zeitschriftenartikeln verbreitet. Entsprechend oft werden sie in Diskussionen auch von Laien benutzt. Da man ihnen immer wieder begegnet, lohnt sich für den Patienten ein genauer Blick auf diese Aussagen, ihr Zutreffen und ihre tatsächliche Aussagekraft.

Die häufig vorgebrachten Einwände zugunsten der Homöopathie lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen, die hier in mehreren Artikeln behandelt werden:

  1. Es wird mit persönlich erlebten Genesungen argumentiert oder mit der Beliebtheit der Homöopathie.
  2. Der Placebocharakter der Homöopathika wird aufgrund zumeist unzutreffender, aber weitverbreiterter Vorstellungen über den Placebo-Effekt angezweifelt.
  3. Die Aussagekraft und Seriosität klinischer Studien wird allgemein oder zumindest in Bezug auf die Homöopathie angezweifelt.
  4. Es wird auf einzelne Arbeiten verwiesen, in denen sich Effekte der Homöopathie über Placebo-Effekte hinaus ergaben.
  5. Wissenschaftliches Arbeiten wird insgesamt als dogmatisch oder unzuverlässig dargestellt.

In diesem Artikel wird die vierte Kategorie betrachtet, also Hinweise auf einzelne, für die Homöopathie positiv verlaufene Studien und Experimente. Mit den anderen Kategorien beschäftigen sich die anderen verlinkten Teilartikel.



Es gibt eine Reihe von Studien zur Homöopathie, in denen sich tatsächlich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen ergeben. Diese Arbeiten werden oft als unzweifelhafter Nachweis einer Überlegenheit über Placebo dargestellt, obwohl das einzelne Ergebnisse gar nicht leisten können, auch wenn sie „statistisch signifikant“ sind. Signifikante Ergebnisse sind wie alle Studienergebnisse statistische Aussagen, die auch aufgrund anderer oder zufälliger Begleitumstände zustande kommen können. Wenn ein Verfahren aufgrund anderer, unabhängiger Vorabinformationen (wie zum Beispiel naturwissenschaftlicher Unplausibilität[4] oder innerer Widersprüche) mit äußerster Skepsis zu betrachten ist, dann sind auch nach einzelnen positiven Studienergebnissen starke Zweifel an der Wirksamkeit trotzdem weiterhin gerechtfertigt.[5]

⇒ Siehe auch Hauptartikel Statistische Signifikanz
⇒ Siehe auch Hauptartikel Bayes-Formel

Die hier angeführte Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern benennt lediglich beispielhaft einige Arbeiten, denen man in der Literatur zur Homöopathie oft begegnet.


Erwähnte Studie Kurze Beschreibung

ADHS-Studie von Heiner Frei

Die in Verbindung mit der Universität Bern von Heiner Frei et al. durchgeführte Studie begleitet Kinder mit der Diagnose ADHS[B 1] über einen Zeitraum von 1,5 Jahren. In einer späteren Folgestudie wird der Beobachtungszeitraum auf über 8 Jahre ausgedehnt. Die Arbeit wird sehr oft unter dem Hinweis auf den „Goldstandard für Studien“[B 2] zitiert. Dieser bedeutet, dass eine Arbeit randomisiert, verblindet und placebo-kontrolliert durchgeführt wird und eine entsprechende Aussagekraft zur Frage besitzt, ob die eingesetzten Arzneien Placebos überlegen sind.

In den Berichten über die Arbeit bleibt in aller Regel unerwähnt, dass die Studie keineswegs über den gesamten Studienzeitraum von 1,5 Jahren Goldstandard hat. Randomisiert, verblindet und placebo-kontrolliert war lediglich eine kurze Crossover-Phase[B 3] von insgesamt zwölf Wochen. In dieser Phase waren die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt in den ersten sechs Wochen weiter Homöopathika, die zweite Placebo. In den zweiten sechs Wochen der Crossover-Phase war es genau anders herum.

Obwohl also nur diese kurze Phase die Bezeichnung „Goldstandard“ verdient, werden die Ergebnisse aus dieser Phase nur in der englischen Originalausgabe wiedergegeben[6] und erscheinen in der häufig zitierten deutschen Version der Arbeit nur sehr verkürzt. In dieser verblindeten Phase ist die Einschätzung der Symptome durch die Eltern nur sehr schwach signifikant. Vor allem zeigt aber der Verlauf der Kurven während der Crossover-Phase eher den Verlauf, den man erhalten würde, wenn sich die Substanzen nicht von Placebo unterscheiden. Diese der Überlegenheit gegenüber Placebo widersprechende Graphik[B 4] fehlt in der deutschen Ausgabe der Arbeit[7] und wird in späteren Veröffentlichungen stark verändert wiedergegeben.[8]

Als Ergebnis zitiert werden meist die Verbesserungen im Verhalten der Kinder, die sich über die gesamte Studienlaufzeit ergaben. Diese Werte können naturgemäß nichts über eine Wirksamkeit der Homöopathika aussagen, da es sich außerhalb der Crossover-Phase um eine reine Verlaufsstudie handelt und deshalb in diese Verbesserungen alle denkbaren Behandlungs- und Kontexteffekte miteinfließen. Das gilt besonders für die angeschlossene Langzeitstudie, in der es gar keinen Placebo-Vergleich gibt.

Unerwähnt bleibt in den Zitaten der Studie auch oft, dass es andere Arbeiten zum Thema gibt, die keine signifikanten Effekte von Homöopathika bei ADHS finden. Eine Übersichtsarbeit des Cochrane Instituts[9] aus dem Jahr 2007[10] findet insgesamt keine Belege einer Wirksamkeit homöopathischer Behandlung bei ADHS.[B 5]

⇒ Siehe auch Hauptartikel Studiendesign

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Wasserlinsenexperimente von Stephan Baumgartner

Stephan Baumgartner hat mit verschiedenen Mitarbeitern die Effekte homöopathischer Hochpotenzen untersucht. Besonders seine Experimente an Wasserlinsen werden in verschiedenen Fernsehbeiträgen über die Homöopathie erwähnt.

In diesen Experimenten werden Wasserlinsen (in anderen Arbeiten auch Weizenkeime) zunächst vorgeschädigt (meist mit Arsen oder Gibberellinsäure). Anschließend wird das Wachstum der Keimlinge beobachtet. Ein Teil der Pflänzchen wächst dabei in Wasser, dem eine homöopathische Hochpotenz zugesetzt ist, ein Teil (Vergleichsgruppe) wächst in reinem (verschüttelten) Wasser. Es wird darüber berichtet, dass sich zwischen den Gruppen signifikante (wenn auch kleine) Wachstumsunterschiede zeigten.

In den Berichten bleibt in aller Regel unerwähnt, dass diese Effekte nicht stabil reproduzierbar sind. In Wiederholungen der Experimente bleiben die Unterschiede aus oder die Effekte gehen in eine andere Richtung, was ein Hinweis auf zufällige natürliche Schwankungen ist.[11][B 6][12][B 7]

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Sepsisstudie von Michael Frass

Die Sepsisstudie[13][B 8] von Michael Frass et al. wird oft zitiert, wenn dargestellt werden soll, Homöopathie helfe auch bei lebensbedrohlichen Erkrankungen. In den zahlreichen Pressemeldungen unerwähnt bleibt in aller Regel, dass die Arbeit von Wissenschaftlern aufgrund zahlreicher methodischer Mängel heftig kritisiert wird.

Insgesamt 70 durch andere schwere Erkrankungen, darunter Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbelastete Patienten werden in dieser randomisierten, verblindeten und placebo-kontrollierten Studie während der Tage, die sie auf der Intensivstation verbringen, (zusätzlich) entweder mit Placebo oder mit individuell verordneten Homöopathika behandelt. Auswertekriterium ist das Überleben der Patienten. Nach 30 Tagen ergibt sich zwischen den Gruppen kein signifikanter Unterschied, nach sechs Monaten sind in der Placebogruppe acht Patienten mehr verstorben, was eine knappe statistische Signifikanz ergibt.

Die Vergleichbarkeit der Patientengruppen wird allein über die Einlieferungsdaten in die Intensivstation dokumentiert. Die darin enthaltenen APACHE II-Werte[B 9] können allein als Anhaltspunkt für die intensivmedizinische Betreuung der ersten Stunden und Tage gelten und sagen nichts aus über die Überlebenschancen eines Patienten über den Zeitraum von Monaten, denn die Schwere der Grunderkrankung, an der die Patienten leiden, wird nicht angegeben. In der Arbeit fehlen also jedwede Angaben, die einen Zusammenhang zwischen der behandelten Sepsis und dem Versterben der Patienten ein halbes Jahr nach der Behandlung herstellen würden.[14][15]

Selbst die die Homöopathie fördernde Carstens-Stiftung beschreibt die Studie als aus medizinischer Sicht unbefriedigend, weil Laborparameter, ein zusätzlicher konventioneller Medikamentenverbrauch oder tägliche Beurteilungen des Krankheitsverlaufs nicht erhoben wurden. Als wesentliches Versäumnis der Studie (zusätzlich vom nicht den Richtlinien entsprechenden Ausschluss dreier Patienten bei der Auswertung der Daten und dem Verwenden eines unpassenden Signifikanztests) wird genannt, dass viel zu wenig über den Krankheitsverlauf gesagt wird: Der Leser erfährt nichts über die parallel stattfindenden intensivmedizinischen Maßnahmen oder welche Komplikationen auftraten – und zwar weder in der Phase der akuten Sepsis und des Organversagens noch in der halbjährigen Langzeitbeobachtung.[16] Der Leser erfährt nicht einmal, dass oder ob die Patienten in den sechs Monaten bis zum Endpunkt der Studie in irgendeiner Behandlung waren oder warum gerade dieser Endpunkt gewählt wurde.

Während die Carstens-Stiftung immerhin „das Bestreben, die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien unvoreingenommen wissenschaftlich zu evaluieren“ würdigt, wird die Arbeit von kritischeren Stimmen als schlicht „methodisch dilettantisch“ bezeichnet.[17]

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COPD-Studie von Michael Frass

Die Studie[18] wird sehr oft zitiert unter dem Hinweis, dass die Patienten auf der Intensivstation in ein künstliches Koma versetzt waren und Placebo-Effekte somit auszuschließen seien.[B 10]

Von insgesamt 50 auf der Intensivstation künstlich beatmeten COPD-Patienten[B 11] erhielt ein Teil der Patienten homöopathisches Kaliumdichromat in der Potenz C30, die anderen Patienten Placebo. Die Studie berichtet, dass die Menge des bei den Patienten am zweiten Tag abgesaugten Sekrets in der Homöopathiegruppe signifikant geringer war als in der Vergleichsgruppe. Außerdem konnte der Beatmungsschlauch früher entfernt werden und die Patienten mussten weniger lang in der Intensivstation bleiben.

Da die Patienten alle mit demselben Homöopathikum behandelt wurden, kann von der Anwendung klassischer oder individualisierter Homöopathie in dieser Arbeit nicht die Rede sein. Zudem enthält die Studie nur sehr wenig wirklich konkrete Daten über die Patienten; die angegebenen Werte sind unklar oder sogar widersprüchlich.[19][20]

Beispielsweise liegt der angegebene Durchschnittswert für den Schweregrad der COPD in beiden Gruppen nur knapp über „1“, dem Wert für leichte COPD (Homöopathiegruppe: 1.08 +/- 0.4; Vergleichsgruppe 1.20 +/- 0.5). Patienten mit leichter COPD müssen in aller Regel aber noch nicht zu Hause mit Sauerstoff beatmet werden. Genau dies war aber bei nicht wenigen der 25 Patienten pro Gruppe der Fall (Homöopathiegruppe: 5 von 25; Vergleichsgruppe: 9 von 25).

Die in der Studie angegebenen Werte für die vor der intensivmedizinischen Behandlung bestehende Schwere der COPD erscheinen deshalb viel zu niedrig; die fast doppelt so hohe Zahl an Patienten in der Vergleichsgruppe, die Sauerstoff benötigten, lässt insgesamt an der Vergleichbarkeit der (ohnehin kleinen) Gruppen zweifeln.

Für die Bestimmung der abgesaugten Sekretmenge, die man sehr exakt mit der Tagesmenge in Millilitern angeben könnte, wählen die Autoren eine unnötig unscharfe Einteilung in drei Mengenklassen (Grad 1 = 1 bis 5 ml; Grad 2 = 6 bis 10 ml; Grad 3 = 11 bis 15 ml) und berücksichtigen zudem nicht, dass in der Homöopathiegruppe öfter abgesaugt wurde. Ob die Sekretbildung den Zeitpunkt der Entfernung des Beatmungsschlauches überhaupt beeinflusste, ist in der Arbeit nicht dargelegt, so dass nicht klar ist, inwiefern dieses Auswertekriterium überhaupt etwas mit dem Homöopathikum zu tun haben sollte.

Aufgrund dieser Mängel wurde die Arbeit von Wissenschaftlern als höchst fragwürdige Studie bezeichnet, bei der es unklar ist, ob die Behandlungsgruppen wirklich vergleichbar waren.[B 12][21] In einem ebenfalls in Chest veröffentlichten „Letter to the Editor“ wurde die Empfehlung wirkstofffreier homöopathischer Hochpotenzen für lebensbedrohlich erkrankte Patienten auf der Intensivstation sogar als gefährlich kritisiert.[22]

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Krebsstudie von Matthias Rostock

Die Studie mit Krebspatienten von Matthias Rostock et al.[23] wird mitunter als Beleg dafür vorgebracht, dass homöopathische Behandlung von Krebspatienten deren Lebensqualität verbessere. Diese Aussage ist jedoch sehr irreführend, denn selbst die Autoren der Arbeit schreiben in der Studie, dass die erhobenen Daten diese Schlussfolgerung nicht hergeben.[24][25]

In dieser Arbeit sollte die Lebensqualität von medizinisch behandelten mit der von homöopathisch behandelten Krebspatienten verglichen werden. Die Studie beruht auf dem Matched Pair-Verfahren. Dabei werden aus den beiden unterschiedlich behandelten Patientengruppen „Zwillingspaare“ gebildet, bei denen sich die Partner zwar in ihrer Zugehörigkeit zur Behandlungsgruppe unterscheiden, sich aber in den Daten ihrer Erkrankung sowie allen sonstigen Parametern ihrer Lebensumstände möglichst ähnlich sind.

Wie die Autoren aber selbst in ihrer Arbeit schreiben, ist es nicht gelungen, unter den Patienten ausreichend viele vergleichbare Patientenzwillinge zu finden, um die Datenbasis für eine aussagekräftige Studie zu schaffen:

120 Patienten der Homöopathie-Gruppe und 206 Patienten der Kontroll-Gruppe genügten unseren Eingangskriterien für die „Matched-Pair“-Zusammenstellung. Bedingt durch die großen Unterschiede in den beiden Patientengruppen war es jedoch nur möglich, elf Zwillingspaare zu bilden. Für eine Vergleichsstudie ist das zu wenig. (...) Man bräuchte erheblich größere Patientengruppen, um in ihnen zum Vegleich geeignete Patientenpaare zu finden, um eine eindeutige kausale Beziehung zwischen Effekten und homöopathischer Behandlung zu belegen.[23][B 13]

Auch eine bereits 2009 an der Universität Freiburg im Rahmen einer Dissertation durchgeführte Untersuchung[26] fand große Unterschiede in den Patientengruppen und schätzte die Möglichkeiten einer vergleichenden Beurteilung des Therapieverlaufs deswegen sehr kritisch ein.

Insgesamt waren die Patienten, die sich eine homöopathische Zusatzbehandlung leisteten, jünger und beruflich höher qualifiziert. Diese Unterschiede führten dazu, dass eine Verifikation homöopathischer Effekte auf den Krankheitsverlauf misslang, wie selbst die Studienautoren explizit einräumen. Dennoch wird dies leider nicht von allen Quellen, die diese Arbeit zitieren, betont.

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Aufsatz von Robert Hahn

Die Veröffentlichung „Homeopathy: Meta-Analyses of Pooled Clinical Data“ von Robert G. Hahn aus dem Jahr 2013[27] wird von Homöopathen mitunter als „Übersichtsarbeit“ oder sogar als „Metaanalyse“ bezeichnet.[28] Das ist nicht korrekt. Hahn betrachtet lediglich einen Teil der existierenden Metaanalysen zur Homöopathie, aber nicht die ihnen zugrunde liegenden Studien und führt keine eigene Sichtung der Datenbanken oder statistische Auswertung durch. Bei seiner Arbeit handelt es sich deshalb lediglich um seine persönliche Bewertung der in der Arbeit genannten Metaanalysen, nicht um einen eigenen Review.

Auch nicht korrekt ist die oft zu lesende Aussage, dass er vor 2013 nie Kontakt zur Homöopathie hatte.[B 14][B 15] Zwar ist richtig, dass Hahn keine weiteren wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema geschrieben hat, er schrieb aber seit 2011 Blogartikel zum Thema.[29]

Zitiert wird meist die Aussage des Artikels, man müsse in den vorliegenden Metaanalysen 90 % der Studien zur Homöopathie verwerfen, um zu der Aussage zu kommen, dass keine Placeboüberlegenheit der Homöopathika nachweisbar sei. Hahn schreibt jedoch ebenfalls in seinem Aufsatz:

Studien mit sehr schlechter Qualität sowie diejenigen, die die nötigen Daten nicht enthalten, müssen ausgeschlossen werden...[B 16]

Tatsächlich kritisieren die Autoren mehrerer der von Hahn betrachteten Metaanalysen die Qualität der vorliegenden Studien.[B 17][B 18][B 19] Nicht nur die von Hahn kritisierte Metaanalyse von Shang kommt zu dem Ergebnis, dass die positiven Effekte für die Homöopathie zurückgehen oder gar verschwinden, wenn man sich auf die hochwertigen Studien konzentriert, sondern auch andere Übersichtsarbeiten wie die Arbeiten von Klaus Linde et al. von 1998[30] und von 1999[31] (Lindes eigener Systematischer Review datiert von 1997, s.u.) Es ist also nicht erstaunlich, wenn die meisten Arbeiten aussortiert werden müssen. Auch Arbeiten, die zu einem positiven Ergebnis für die Homöopathie kommen, schließen nicht weniger Arbeiten aus: Mathie (2014) durchforstet 489 Datensätze, in denen über klinische Studien zur Homöopathie gesprochen wird, von denen zunächst 41 und später lediglich 32 Arbeiten in die Analyse einfließen. Als zuverlässig stuft diese Arbeit letztlich nur drei Arbeiten ein und schließt dabei sogar von anderen Autoren als hochwertig eingestufte Arbeiten aus.

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Systematischer Review von Klaus Linde 1997

Die Metaanalyse von Klaus Linde et al. aus dem Jahr 1997[32] wird sehr häufig auf Webseiten zur Homöopathie als Beleg dafür zitiert, dass Homöopathika Placebos überlegen seien. Allerdings wird hierbei meist nur der erste der beiden Sätze des Ergebnisses weitergegeben:
Die Ergebnisse unserer Metaanalyse sind nicht mit der Hypothese kompatibel, dass die klinischen Effekte der Homöopathie allein auf Placebo zurückzuführen sind.

Häufig fehlt der zweite Satz, in dem die Aussage des ersten von den Autoren des Reviews stark relativiert wird:

Allerdings fanden wir in den Studien nur unzureichende Belege dafür, dass die Homöopathie für irgendein bestimmtes Beschwerdebild eindeutig effektiv ist.[B 20]

In der Summe ergibt sich also zwar eine Überlegenheit über Placebo, doch konnte im Review für kein Beschwerdebild eine solche zuverlässig nachgewiesen werden. Der zweite Satz relativiert den ersten also deutlich.

Die weiteren Ergebnisse der letzten 18 Jahre haben Linde sogar zu noch vorsichtigeren Einschätzungen der Homöopathie gebracht. Bereits seine zweite Arbeit zum Thema 1998[30] fällt deutlich weniger positiv aus: Im Ergebnis heißt es hier:

Die Ergebnisse legen eine Placeboüberlegenheit individualisierter Homöopathie über Placebo nahe. Die Beleglage ist jedoch nicht überzeugend, aufgrund methodischer Schwächen und Inkonsistenzen.[B 21]
Tatsächlich verschwanden bereits in dieser Übersichtsarbeit die Effekte zugunsten der Homöopathie völlig, sobald Linde sich auf die hochwertigen Arbeiten beschränkte:
In den 19 placebokontrollierten Studien, die ausreichend Daten für eine Metaanalyse beinhalteten, war individualisierte Homöopathie signifikant wirksamer als Placebo (...), doch als die Analyse auf die methodisch besten Studien beschränkt wurde, war kein signifikanter Effekt mehr sichtbar. [33]

1999 veröffentlichte Linde eine Übersichtsarbeit,[31] die genau dieses Verschwinden der Placeboüberlegenheit in den methodisch hochwertigen Arbeiten herausarbeitet:

Studien, die explizit randomisiert und doppelt verblindet waren, sowie solche, die in ihrer Bewertung oberhalb der Grenzbewertung lagen, zeigten signifikant weniger positive Ergebnisse als Studien, die den Qualitätskriterien nicht gerecht wurden. In der gesamten Metaanalyse gab es einen Trend zunehmender Effektgrößen, wenn mehr Studien mit geringeren Qualitätsbewertungen berücksichtigt waren. (...) Wir folgern daraus, dass es in der Gesamtheit der untersuchten Studien klare Belege dafür gibt, dass methodisch bessere Studien dazu tendieren, weniger positive Effekte zu belegen.[B 22]

Das ist ein niederschmetterndes Ergebnis: Je besser die Studienqualität, desto geringer fallen die Effekte aus. Bei einem realen Effekt ist es eher umgekehrt: Je genauer man misst, desto klarer kristallisiert sich das Ergebnis heraus. Was Linde hier beschreibt, ist das typische Bild eines statistischen Artefakts, der durch schlechte Studienqualität entsteht.

2005 hat Linde im Zuge der Kritik an der dortigen Präsentation der Meta-Analyse von Shang et al. an die Fachzeitschrift Lancet geschrieben:

Unsere Meta-Analyse von 1997 wurde unglücklicherweise von Homöopathen als Beleg dafür missbraucht, dass die Wirksamkeit ihrer Therapie bewiesen sei. Wir stimmen zu, dass die Homöopathie höchst unplausibel ist, und dass die Belege aus placebokontrollierten Studien nicht überzeugend sind.[34]

2015 ist Linde Co-Autor einer Umfrage-Auswertung für die Barmer Krankenkasse. Darin heißt es explizit, dass eine Placeboüberlegenheit der Homöopathika nicht nachgewiesen ist und dass das zukünftige Augenmerk der Forschung eher auf die unspezifischen Behandlungseffekte setzen sollte:

Da die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel bisher nicht wissenschaftlich bewiesen werden konnte, könnten sich weitere Untersuchungen intensiver der Bedeutung widmen, die die Hinwendung des Arztes und der Faktor »Zeit für den Patienten« in Bezug auf den Heilerfolg haben.[35]

⇒ Siehe Hauptartikel Systematische Reviews zur Homöopathie - Linde (1997)

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Systematischer Review von Robert Mathie 2014

Obwohl seitens der Homöopathie sehr oft wegen des gering positiven Ergebnisses erwähnt, zeigt die Übersichtsarbeit von Robert T. Mathie et al. aus dem Jahr 2014 bei genauer Betrachtung sehr deutlich, wie schwer es fällt, will man der Gesamtheit der Studien ein positives Ergebnis abgewinnen. Mathie et al. müssen dafür mehrfach vom üblichen Procedere bei systematischen Reviews abweichen.

Der Review umfasst zunächst noch alle nach den Regeln der klassischen Homöopathie durchgeführte randomisierte, doppelt verblindete placebokontrollierte Studien. Von dieser Gesamtheit werden dann aber einige Arbeiten, die keine Placeboüberlegenheit der Homöopathika nachweisen, mit nicht nachvollziehbaren Gründen in das Ergebnis nicht einberechnet. Darunter ist beispielsweise die von anderen Autoren als sehr hochwertig eingeschätzte Münchner Kopfschmerzstudie, die etwa von Linde in einem Review 1998[30] mit fünf von fünf Punkten im Jadad Score[B 23] und sechs von sechs Punkten in eigenem Schema bewertet wurde, die bei Mathie aber ohne Angabe von Gründen als extrem schlecht bewertet wird, sie weise also ein hohes Risiko eines Bias[B 24] auf.

Ebensowenig nachvollziehbar ist, dass zwar keine der untersuchten Arbeiten als hochwertig eingestuft wird, dass aber dann doch ohne weitere Begründung drei Arbeiten als zuverlässigste Evidenz bestimmt werden. Das Ungewöhnliche hierbei ist, dass zwei dieser Arbeiten Pilotstudien sind, also sehr kleine vorläufige Arbeiten, denen üblicherweise nicht die Aussagekraft einer klinischen Studie innewohnt.

Immerhin fällt die Schlussfolgerung von Mathie et al. erheblich vorsichtiger aus, als dies oft in Zitaten der Arbeit, die einfach nur von einem Überlegenheitsnachweis zugunsten der Homöopathie der Placeboüberlegenheit sprechen, wiedergegeben wird:

Die in der Homöopathie individuell verschriebenen Mittel zeigen möglicherweise kleine spezifische Behandlungseffekte. (...) Die generell geringe oder zweifelhafte Qualität der Nachweise verlangt, diese Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren. [B 25]

⇒ Siehe Hauptartikel Systematische Reviews zur Homöopathie - Mathie(2014)

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Metaanalyse von Shang und Egger 2005

Der systematische Review von Aijing Shang und Matthias Egger (et al.) aus dem Jahr 2005[36] wird seit seinem Erscheinen von Homöopathen scharf kritisiert. Emotionalisiert wurde die Kritik vor allem durch das Editorial der Ausgabe von The Lancet, in der die Shang/Egger-Studie erschien. In diesem Editorial war vom „Ende der Homöopathie“ die Rede.[37] Dieses oft mit dem Review zusammengebrachte Zitat stammt also gar nicht aus der Arbeit selbst.

Das für die Homöopathie wesentliche Ergebnis der Arbeit ist, dass

kleinere Studien und solche mit niedrigerer Qualität mehr positive Behandlungseffekte ergaben als größere und hochwertige Studien. Als die Analyse auf große und hochwertige Studien beschränkt wurde, war das Odds Ratio für die Homöopathie 0,88 (...). Dieses Ergebnis ist kompatibel mit der These, dass es sich bei den klinischen Effekten von Homöopathie um Placebo-Effekte handelt.[B 26]

Während einige Kritikpunkte an der Shang/Egger-Studie nachvollziehbar sind (beispielsweise, dass das Gesamtergebnis über Studien zu völlig verschiedenen Indikationen zustandekommt), sind einige von Homöopathen vorgebrachte Einwände gegen die Arbeit nicht haltbar.

So wurde kritisiert,[38] dass Shang/Egger eine Studie zu Muskelkater einbezogen hatten, die im Ergebnis keine Überlegenheit von Homöopathika gegen Placebo zeigte. Die Begründung – eine solche Behandlung sei sehr selten in der homöopathischen Praxis – ignoriert zahlreiche Empfehlungen von Homöopathika bei Muskelkater, nicht selten sogar wie in der kritisierten Studie für nach dem Sport auftretenden Muskelkater.

Schlicht falsch ist die mitunter vorgebrachte Behauptung,[39] die Shang/Egger-Studie enthalte gravierende wissenschaftliche Mängel und sei deshalb von The Lancet offiziell zurückgezogen worden.

⇒ Siehe Hauptartikel Systematische Reviews zur Homöopathie - Shang (2005)

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Neben einzelnen positiven Studienergebnissen beziehen sich Homöopathen mitunter vage auf andere naturwissenschaftliche Begriffe, die die Wirksamkeit der Homöopathika belegen oder zumindest plausibel machen sollen. Beispiele hierfür wären Verweise auf Nanopartikel oder die Quantenphysik. Die Plausibilität der Erklärungsversuche für die Wirkungsweise der Homöopathie und die Zulässigkeit der Verwendung naturwissenschaftlich definierter Begriffe bei diesen Versuchen werden in den Artikelkategorien Erklärungsversuche für die Wirkungsweise homöopathischer Präparate und Wissenschaftliche Begriffe betrachtet.

Für weitere häufig vorgebrachte Aussagen
⇒ siehe Oft gehörte Argumente - Hinweise auf persönliche Erfahrungen, Beliebtheit und Wohlfühlcharakter
⇒ siehe Oft gehörte Argumente - Verbreitete Vorstellungen über den Placebo-Effekt
⇒ siehe Oft gehörte Argumente - Allgemeines über klinische Studien
⇒ siehe Oft gehörte Argumente - Aussagen über Wissenschaft



Quellen- und Literaturangaben
  1. National Health and Medical Research Council. 2015. NHMRC Information Paper: Evidence on the effectiveness of homeopathy for treating health conditions. Canberra: National Health and Medical Research Council; 2015; http://www.nhmrc.gov.au/_files_nhmrc/publications/attachments/cam02a_information_paper.pdf (aufgerufen am 12. September 2016)
  2. M. Anlauf, L. Hein, H.W. Hense, J. Köbberling, R. Lasek, R. Leidl: "Complementary and alternative drug therapy versus science-oriented medicine" GMS German Medical Science 13 (2015)
    https://www.researchgate.net/publication/279966284_Complementary_and_alternative_drug_therapy_versus_science-oriented_medicine (aufgerufen am 12. September 2016);
    Zitat: "Die Auswertung dieser Studien mit Methoden der evidenzbasierten Medizin, also durch Metaanalysen und systematische Reviews, ergab nach hoher internationaler Übereinstimmung für Homöopathika keine der Placebogabe überlegene Wirksamkeit"
  3. Aussage von Claudia Witt über den fehlenden Nachweis einer Placeboüberlegenheit der Homöopathika in einem Interview mit dem Tagesanzeiger 2015
    http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ist-das-bei-Chirurgen-so-anders/story/17098489 (aufgerufen am 2.April 2016);
    Originalzitat: "... die wichtige versorgungsrelevante Information ist: Es konnte nicht gezeigt werden, dass homöopathische Arzneimittel besser wirken als Placebo."
  4. Informationen des National Center for Complementary and Integrated Health (NIH) zur Hpomöopathie; Zitat: "Several key concepts of homeopathy are inconsistent with fundamental concepts of chemistry and physics."; https://nccih.nih.gov/health/homeopathy#hed4 (aufgerufen am 7. September 2016)
  5. P. Rowe:"Statistik für Mediziner und Pharmazeuten (Verdammt Clever!)", Wiley-VCH Verlag GmbH; Auflage: 1. Auflage (22. August 2012), ISBN 978-3-527-33119-2, Kapitel 11 "Was sagt uns ein signifikantes Ergebnis wirklich?"
  6. H. Frei, R. Everts, K. von Ammon, F. Kaufmann, D. Walther, S.F. Hsu-Schmitz, M. Collenberg, K. Fuhrer, R. Hassink, M. Steinlin, A. Thurneysen:"Homeopathic treatment of children with attention deficit hyperactivity disorder: a randomised, double blind, placebo controlled crossover trial";
    In: Eur J Pediatr (2005) 164: 758–767 DOI 10.1007/s00431-005-1735-7 http://static1.squarespace.com/static/520f6c38e4b01b013b22f419/t/52bf228be4b0410823c26e36/1388257931775/ADHDRCT+EurJPaed.pdf (aufgerufen am 12. September 2016)
  7. H. Frei, R. Everts, K. v. Ammon, S. F. Hsu, A. Thurneysen et al.:"Homöopathische Behandlung von hyperaktiven Kindern: Ergebnisse einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit Crossover"
    In: Zeitschrift für klassische Homöopathie, 2006 (50): 5-12 http://static1.squarespace.com/static/520f6c38e4b01b013b22f419/t/52bf2d74e4b0133e02102deb/1388260724649/HomBeiHyperaktivenKindernZKH.pdf (aufgerufen am 12. September 2016)
  8. Abstracts SwissFamilyDocs Conference 2013; Graphik auf Seite drei rechts unten soll laut Bildunterschrift die Abbildung aus der ADHS-Studie von "Frei H, Everts R, von Amman K, et al. Eur J Pediatr (2005)164:758–67" sein https://primary-hospital-care.ch/de/?type=7479858270737669&tx_ezmjournal_file%5Bresource%5D=pc-d-00332.pdf&tx_ezmjournal_file%5Bidentifier%5D=pc-d.2013.00332&tx_ezmjournal_file%5Btype%5D=article&tx_ezmjournal_file%5Baction%5D=view&tx_ezmjournal_file%5Bcontroller%5D=File (aufgerufen am 20. Februar 2017)
  9. Webseite von Cochrane Deutschland http://www.cochrane.de/de/willkommen-auf-unseren-webseiten (aufgerufen am 26. Juli 2016)
  10. M. Heirs, M.E. Dean:"Homeopathy for attention deficit/hyperactivity disorder or hyperkinetic disorder"; The Cochrane Library (2007); http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD005648.pub2/abstract (aufgerufen am 12. September 2016)
  11. V. Majewsky, C. Scherr, S. P. Arlt, J. Kiener, K. Frrokaj, T. Schindler, P, Klocke, S. Baumgartner: "Reproducibility of effects of homeopathically potentised gibberellic acid on the growth of Lemna gibba L. in a randomised and blinded bioassay"; in: Homeopathy, April 2014, Volume 103, Issue 2, Pages 113–126; http://www.homeopathyjournal.net/article/S1475-4916%2813%2900163-X/abstract (aufgerufen am 12. September 2016)
  12. L. Lahnstein, M. Binder, A. Thurneysen, M. Frei-Erb, L. Betti, M. Peruzzi, P. Heusser, S. Baumgartner: "Isopathic treatment effects of Arsenicum album 45x on wheat seedling growth – further reproduction trials"; in: Homeopathy, October 2009, Volume 98, Issue 4, Pages 198–207 http://www.homeopathyjournal.net/article/S1475-4916%2809%2900097-6/fulltext?mobileUi=0 (aufgerufen am 12. September 2016)
  13. M. Frass, M. Linkesch, S. Banyai, G. Resch, C. Dielacher, T. Löbl, E. Schuster:"Adjunctive homeopathic treatment in patients with severe sepsis: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in an intensive care unit"
    In: Homeopathy, 94(2), 75-80. doi:10.1016/j.homp.2005.01.002, http://www.inter-uni.info/static/download/publication/komplementaer/c_2004_Frass_et_al_Homeopathy_sepsis.pdf (aufgerufen am 12. September 2016)
  14. Studienanalyse von N. Aust und U. Parsch auf "Beweisaufnahme-Homöopathie" http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1853 (aufgerufen am 12. September 2016)
  15. Kritik von Mark Crislip, MD, auf "Sciencedbased-Medicine https://www.sciencebasedmedicine.org/homeopathy-and-sepsis/ (aufgerufen am 12. September 2016)
  16. R. Lüdtke: "Intensivpatienten überleben nach einer homöopathischen Behandlung länger!" http://archiv.carstens-stiftung.de/artikel/intensivpatienten-ueberleben-nach-einer-homoeopathischen-behandlung-laenger.html (aufgerufen am 12. September 2016)
  17. N. Schmacke:"Der Glaube an die Globuli", S.96, Suhrkamp 2015, ISBN 978-3-518-46639-1
  18. M. Frass, C. Dielacher, M. Linkesch, C. Endler, I. Muchitsch, E. Schuster, A. Kaye:"Influence of Potassium Dichromate on Tracheal Sekretion in Critically Ill Patients",
    In: Chest 2005: 127; 936-941, DOI 10.1378/chest.127.3.936 https://www.inter-uni.net/static/download/publication/komplementaer/c_2005_Frass_et_al_Chest_secretions.pdf (aufgerufen am 20. Februar 2017)
  19. D. Gorski, M.D., Ph.D., auf seinem Scienceblog "Respectful Insolence" http://scienceblogs.com/insolence/2007/07/02/homeopathy-in-thecringeicu-1/ (aufgerufen am 12. September 2016)
  20. Dr. N. Aust auf seinem Blog "Beweisaufnahme Homöopathie" http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1054 (aufgerufen am 12. September 2016)
  21. M. Gorski:"Homeopathy in the ICU?" auf Science based medicine https://www.sciencebasedmedicine.org/homeopathy-in-the-icu/ (aufgerufen am 27. Juli 2016)
  22. D. Colquhoun:"Treating Critically Ill Patients With Sugar Pills", Chest, 131 , 645, 2007 http://www.dcscience.net/colquhoun-chest-2007.pdf (aufgerufen am 12. September 2016)
  23. 23,0 23,1 M. Rostock, J. Naumann, C. Guethlin, L. Guenther, H. H. Bartsch, H. Walach:"Classical homeopathy in the treatment of cancer patients - a prospective observational study of two independent cohorts"
    In:BMC Cancer201111:19 DOI: 10.1186/1471-2407-11-19; http://bmccancer.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-2407-11-19 (aufgerufen am 12. September 2016)
  24. N. Weber "Verwirrung um Forschungspreis: Wie Homöopathie plötzlich Krebskranken hilft" im Spiegel online, Juli 2012; http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/homoeopathie-gegen-krebs-wie-ein-medizin-preis-verwirrung-stiftet-a-844966.html (aufgerufen am 28.April 2016)
  25. N. Schmacke: "Der Glaube an die Globuli" S.89 ff, Suhrkamp Verlag 2015, ISBN 978-3-518-46639-1
  26. Dissertation L.W.M Günther: "Homöopathie vs. konventionelle Behandlung von Tumorpatienten - eine Querschnittsanalyse zweier onkologischer Patientengruppen mit integrierter Matched-Pairs-Bildung"; 2009 Universität Freiburg https://www.freidok.uni-freiburg.de/data/6564 (aufgerufen am 12. September 2016)
  27. R.G. Hahn:"Homeopathy: Meta-Analyses of Pooled Clinical Data"
    In: Forsch Komplementmed 2013;20:376–381 (DOI:10.1159/000355916)
  28. "Meta-Analyse (Hahn)", Bericht des Homöopathieverbandes Schweiz HVS http://www.hvs.ch/index.php/forschung/wissenschaftliche-studien/uebersichtsarbeiten-zum-forschungsstand/meta-analyse-hahn (aufgerufen am 7.Mai 2016)
  29. "Min vetenskapliga artikel om homeopati" auf dem Blog von Robert Hahn http://roberthahn.nu/2014/01/05/min-vetenskapliga-artikel-om-homeopati/ (aufgerufen am 7. Mai 2016)
  30. 30,0 30,1 30,2 K. Linde, D. Melchart:"Randomized controlled trials of individualized homeopathy: a state-of-the-art review".
    In: J Altern Complement Med. 1998 Winter;4(4):371-88. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9884175 (aufgerufen am 12. September 2016)
  31. 31,0 31,1 K. Linde, M. Scholz, G. Ramirez, N. Clausius, D. Melchart, W.B. Jonas:"Impact of study quality on outcome in placebo-controlled trials of homeopathy"
    In: J Clin Epidemiol. 1999 Jul;52(7):631-6. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10391656 (aufgerufen am 12. September 2016)
  32. K. Linde, N. Clausius, G. Ramirez, D. Melchart, F. Eitel, L.V. Hedges, W.B. Jonas:"Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials"
    In: Lancet. 1997 Sep 20;350(9081):834-43. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9310601 (aufgerufen am 12. September 2016)
  33. Originalzitat: "In the 19 placebo-controlled trials providing sufficient data for meta-analysis, individualized homeopathy was significantly more effective than placebo (pooled rate ratio 1.62, 95% confidence interval 1.17 to 2.23), but when the analysis was restricted to the methodologically best trials no significant effect was seen."
  34. Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, in dem aus dem Leserbrief Lindes an den Lancet zitiert wird http://www.sueddeutsche.de/wissen/umstrittenes-heilverfahren-homoeopathie-missbrauchte-studien-1.1267699 (aufgerufen am 12. September 2016)
  35. C. Sartori, N. Osterkamp, C. Uebing, K. Linde: "Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung: Modelle, Erfahrungen und Bewertungen" http://gesundheitsmonitor.de/uploads/tx_itaoarticles/2014-09-Beitrag.pdf (aufgerufen am 12. September 2016)
  36. A. Shang, K. Huwiler-Müntener, L. Nartey, P. Jüni, S. Dörig, J.A. Sterne, D. Pewsner, M. Egger:"Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy"
    In: Lancet. 2005 Aug 27-Sep 2;366(9487):726-32. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125589 (aufgerufen am 12. September 2016)
  37. "The end of homoeopathy" Editorial The Lancet, Volume 366, Issue 9487, 27 August–2 September 2005, Pages 690 http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673605671498 (aufgerufen am 12. September 2016)
  38. A.L.B. Rutten, C.F. Stolper:"The 2005 meta-analysis of homeopathy: the importance of post-publication data"
    In: Homeopathy 2008; 97: 169-177, https://www.researchgate.net/profile/Lex_Rutten/publication/24282526_The_2005_meta-analysis_of_homeopathy_the_importance_of_post-publication_data/links/0046352652e88babc4000000.pdf (aufgerufen am 12. September 2016)
  39. A. Dattler:"Wirkung der Homöopathie: Wirksamkeit in Studien nachgewiesen" auf "experto.de" (aufgerufen am 8.Mai 2016)

Anmerkungen und Originalzitate
  1. ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Näheres siehe auch auf den Seiten von ADHS Deutschland e.V., http://www.adhs-deutschland.de/Home/Unser-Angebot/FAQ.aspx (aufgerufen am 27. Juli 2016)
  2. Zitat bei Cochrane Deutschland: "Da randomisierte, kontrollierte klinische Studien und besonders systematische Übersichten dieser Studien uns mit höherer Wahrscheinlichkeit korrekt informieren und falsche Schlußfolgerungen weniger wahrscheinlich sind, wurden sie zum "Goldstandard" für die Beantwortung der Frage, ob Therapiemaßnahmen mehr nützen als schaden." http://www.cochrane.de/de/sackett-artikel (aufgerufen am 27. Juli 2016)
  3. Crossover bedeutet, dass die Studienteilnehmer in zwei (oder mehrere) Gruppen eingeteilt werden, die unterschiedlich behandelt werden (zum Beispiel bekommt eine Gruppe das zu testende Verfahren, die andere Gruppe ein Placebo). Nach einer bestimmten Zeit wird die Behandlung der Gruppen vertauscht. Jeder Studienteilnehmer bekommt also im Verlauf einer solchen Studie einige Zeit das zu testende Verfahren, einige Zeit Placebo. (Siehe z.B. Dorsch Onlinelexikon der Psychologie https://portal.hogrefe.com/dorsch/cross-over-studie/ (aufgerufen am 27. Juli 2016))
  4. Figure 2 der Arbeit; Originalzitat: "Arm A: unexpected rise in CGI during verum phase, possibly due to expectation of receiving placebo in first phase."
  5. Originalzitat: "The forms of homeopathy evaluated to date do not suggest significant treatment effects for the global symptoms, core symptoms of inattention, hyperactivity or impulsivity, or related outcomes such as anxiety in Attention Deficit/Hyperactivity Disorder. (...) Overall the results of this review found no evidence of effectiveness for homeopathy for the global symptoms, core symptoms or related outcomes of attention deficit/hyperactivity disorder."
  6. Originalzitat: "Three series including five independent blinded and randomised potency experiments (PE) each were carried out. (...) Only in the third series with gibbous L. gibba L. we observed a significant effect (p = 0.009, F-test) of the homeopathic treatment. However, growth rate increased in contrast to the former study, and most biologically active potency levels differed."
  7. Originalzitat: "Ultramolecular Ars-alb 45x led to statistically significant specific effects in arsenic poisoned wheat when investigated by two independent working groups. Effect size and effect direction differ, however. (...) Laboratory external reproducibility of basic research into homeopathic potentisation remains a difficult issue."
  8. Sepsis = Blutvergiftung
  9. Apache II = "acute physiology and chronic health evaluation", ein auf der Intensivstation benutztes Bewertungssystem, mit dem bei der Aufnahme schnell eine Einschätzung des akuten Zustandes eines Patienten erfolgen kann. Es ist definiert in: W. A. Knaus, E. A. Draper, D. P.Wagner, J. E. Zimmerman:"APACHE II: a severity of disease classification system"
    In: Crit Care Med. 1985 Oct;13(10):818-29. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3928249?dopt=Abstract (aufgerufen am 12. September 2016)
  10. Webseite des DZVhÄ: "Homöopathie in der Intensivmedizin" Originalzitat: "Oft wird argumentiert, dass die Erfolge in der Homöopathie durch Suggestiv- und Placebo-Effekte erzielt werden. Dieses Problem scheint aber bei im künstlichen Tiefschlaf befindlichen Intensivpatienten weitgehend ausgeschlossen."
  11. COPD = chronic obstructive pulmonary disease = chronisch-obstruktive Lungenerkrankung. Es kommt zu einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege, die sich auch durch Medikamente nicht vollständig zurückbildet. Quelle: https://www.lungeninformationsdienst.de/fileadmin/LUNGENINFO/Downloads/Factsheet_COPD.pdf (aufgerufen am 4.Mai 2016)
  12. Originalzitat: "...it’s nothing more than a very questionable study in which it is unclear whether the treatment and control groups were truly comparable."
  13. Originalzitat: "120 patients of HG and 206 patients of CG met our criteria for matched-pairs selection. Due to large differences between the two patient populations, however, only 11 matched pairs could be formed. This is not sufficient for a comparative study. (...) It would take considerably larger samples to find matched pairs suitable for comparison in order to establish a definite causal relation between these effects and homeopathic treatment."
  14. Die Aussage findet sich beispielsweise beim DZVhÄ:"Und – er hatte bislang rein gar nichts mit Homöopathie zu tun."
    In: "Homöopathische Nachrichten", Ausgabe Dezember 2013/Januar 2014, Artikel:"Forschung: Meta-Analysen zur Homöopathie sind negativ, weil 90 Prozent der Daten ausgeschlossen werden"
  15. Auch Hevert, Produzent verschiedener Homöopathika, schreibt auf der Firmenwebseite über Robert Hahn "Mit der Homöopathie hatte er bislang nichts zu tun." http://www.hevert.com/market-de/arzt/de/meine_praxis/medizin_aktuell/artikel/zeit-fuer-eine-neubewertung-der-meta-analysen-zur-homoeopathie (aufgerufen am 28. Juli 2016)
  16. Originalzitat: "Studies of very poor quality and those that do not contain necessary data must always be excluded,..."
  17. Kleijnen: "At the moment the evidence of clinical trials is positive but not sufficient to draw definitive conclusions because most trials are of low methodological quality and because of the unknown role of publication bias."
    (J. Kleijnen, P. Knipschild, G. Ter Riet:"Trials of homeopathy." BMJ: British Medical Journal 302.6782 (1991): 960. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1669439/pdf/bmj00122-0050a.pdf (aufgerufen am 12. September 2016))
  18. Cucherat: "There is some evidence that homeopathic treatments are more effective than placebo; however, the strength of this evidence is low because of the low methodological quality of the trials. Studies of high methodological quality were more likely to be negative than the lower quality studies."
    (M. Cucherat, M. Haugh, M. Gooch, et al.: "Evidence of clinical efficacy of homeopathy." E J Clin Pharmacol (2000) 56: 27. doi:10.1007/s002280050716; http://link.springer.com/article/10.1007/s002280050716 (aufgerufen am 12. September 2016))
  19. Linde: "The results of the available randomized trials suggest that individualized homeopathy has an effect over placebo. The evidence, however, is not convincing because of methodological shortcomings and inconsistencies." (K. Linde, D. Melchart:"Randomized controlled trials of individualized homeopathy: a state-of-the-art review". J Altern Complement Med. 1998 Winter;4(4):371-88. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9884175 (aufgerufen am 12. September 2016))
  20. Originalzitat: "The results of our meta-analysis are not compatible with the hypothesis that the clinical effects of homeopathy are completely due to placebo. However, we found insufficient evidence from these studies that homeopathy is clearly efficacious for any single clinical condition."
  21. Originalzitat: "The results of the available randomized trials suggest that individualized homeopathy has an effect over placebo. The evidence, however, is not convincing because of methodological shortcomings and inconsistencies."
  22. Originalzitat: "Studies that were explicitly randomized and were double-blind as well as studies scoring above the cut-points yielded significantly less positive results than studies not meeting the criteria. In the cumulative meta-analyses, there was a trend for increasing effect sizes when more studies with lower-quality scores were added. (...) We conclude that in the study set investigated, there was clear evidence that studies with better methodological quality tended to yield less positive results."
  23. Die Jadad-Skala ist ein Bewertungssystem zur Beurteilung der Studienqualität, bei dem eine Studie maximal fünf Punkte erreichen kann. Eine knappe Erklärung findet sich auf dem Blog "Medizin im Text" unter "Die Jadad-Skala (Oxford-Skala)" http://www.medizin-im-text.de/blog/2014/29211/die-jadad-skala-oxford-skala/ (aufgerufen am 28. Juli 2016)
  24. Bias (engl.): Neigung, Vorliebe, Voreingenommenheit, auch Fehler, Verfälschung, Täuschung
  25. Originalzitat: "Medicines prescribed in individualised homeopathy may have small, specific treatment effects. (...) The low or unclear overall quality of the evidence prompts caution in interpreting the findings."
  26. Originalzitat: "smaller trials and those of lower quality showed more beneficial treatment effects than larger and higher-quality trials. When the analysis was restricted to large trials of higher quality, the odds ratio was 0.88 (95% CI 0.65-1.19) for homoeopathy (eight trials) (...). This finding is compatible with the notion that the clinical effects of homoeopathy are placebo effects."