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Homöopedia
Informationen zur Homöopathie

Fernsehbeiträge zur Homöopathie - Homöopathie - Medizin oder Mogelpackung

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Die Reportage „Homöopathie – Medizin oder Mogelpackung?“[1] war ein erstmals im April 2013 ausgestrahlter Beitrag des 2017 eingestellten Wissenschaftsmagazins Faszination Wissen[2] des Bayrischen Rundfunks. Anekdoten und Interviews stellen die Homöopathie als wirkungsvoll, aber mit unbekanntem Wirkungsmechanismus dar. Einige wissenschaftliche Argumente für den Placebocharakter werden zwar erwähnt, aber anschließend durch unkritisch präsentierte Erfolgsgeschichten und unhinterfragte Behauptungen relativiert. So heißt es beispielsweise zur völligen Wirkstofffreiheit der Homöopathika, es sei ein „angebliches Nichts“, das bei der Herstellung „ganz schön viel Arbeit“ mache.

Die Sendung wurde von verschiedenen Wissenschaftlern wegen der Verbreitung unhaltbarer und unkorrigierter Behauptungen zur Homöopathie kritisiert.[3] Homöopathen bewerben ihr Verfahren bis heute mit diesem Sendebeitrag.[4] Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) verlinkte die Sendung unter dem Hinweis, es gäbe darin „wissenschaftliche Beweise für die Wirkung der Homöopathie“ zu sehen.[5] Entsprechend sind Links zu dieser Werbesendung auch in den Kommentarspalten und in Online-Diskussionen zur Homöopathie präsent.

Dieser Artikel ist Teil einer Reihe von Beiträgen auf der Homöopedia, die Fernsehsendungen zur Homöopathie und die darin genannten Ansichten und Argumente betrachtet. Er gibt eine Inhaltsübersicht, beleuchtet im Anschluss verschiedene Kernaussagen im Sendebeitrag genauer und stellt diesen wissenschaftliche Antworten gegenüber.

Inhalt des Sendebeitrags

Der Moderator Gunnar Mergner leitet die Sendung mit einem Bild der typischen Globuli-Fläschchen ein. Er bezeichnet die Globuli als „Medizin im Zuckermäntelchen“ und erwähnt die Beliebtheit der Homöopathie in Deutschland. Seit ihrer Erfindung sei die Homöopathie aber immer umstritten gewesen, denn Kritiker sagen, in den meisten Homöopathika wäre „überhaupt kein Wirkstoff drin“. Im Anschluss wird der Herstellungsprozess gezeigt. Mergner zweifelt an der durch die dargestellten Verdünnungsschritte erreichten Wirkstofffreiheit der Globuli mit der Aussage: „Dafür, dass da angeblich mit einem Nichts kuriert wird, macht dieses Nichts ganz schön viel Arbeit.“ (Minute 1:00) Dem Fehlen spezifischer Wirkstoffe in vielen Homöopathika stellt er als Überleitung zu den nachfolgenden Filmbeiträgen die Erfolgsgeschichten gegenüber:

Wenn die Homöopathie eine Wirkung hat, dann ist die bislang mit naturwissenschaftlichen Gesetzen noch nicht zu erklären. Umso erstaunlicher sind dann die Erfolgsgeschichten, die doch für eine Wirkung der Homöopathie sprechen. Sogar bei schweren Krankheiten. (Minute 2:53)

Krebskranke Ärztin

(Minute 3:10)
Die Protagonistin der ersten Erfolgsgeschichte, eine Ärztin, war an Krebs erkrankt. Laut Filmbeitrag sei ihr klar gewesen, dass „schulmedizinisch“ an „Heilung nicht zu denken“ sei. Durch das Buch von Dr. med. Jens Wurster[6] kam sie zur homöopathischen Krebstherapie und an die Clinica St. Croce im Tessin. Laut dem Sprecher aus dem Off seien viele Fälle dokumentiert, in denen dort Krebs bei von der „Schulmedizin“ längst aufgegebenen Patienten nach homöopathischer Behandlung verschwunden sei. (Minute 7:48) Im Interview sagt der an der Clinica praktizierende Wurster, das individuell gewählte Homöopathikum rufe eine „Immunmodulation“ im Patienten hervor. Das Immunsystem werde dadurch in die Lage versetzt, den Tumor als solchen zu erkennen und ihn zu bekämpfen.

Der Filmbeitrag erzählt, die Patientin sei nach drei Monaten homöopathischer Behandlung vollkommen frei von Tumoren gewesen und schreibt dies der Homöopathie und nicht der parallel stattgefundenen Chemotherapie zu. Diese könne in der Situation der Patientin nämlich nur „das Leben verlängern, den Tod aber nicht mehr aufhalten.“ (Minute 6:33)

Studien und Statistik

(Minute 8:40)
Das Thema des zweiten Films ist die Metastudie von Shang et al. (2005), welche der Homöopathie keine Wirkung über Placebo hinaus attestierte. Im Editorial hatte die Fachzeitschrift The Lancet, in der der Review erschienen war, sogar das „Ende der Homöopathie“ prognostiziert.[7]

Im Video wird von Klaus Linde, selbst Autor einiger Reviews zur Homöopathie, das Vorgehen der statistischen Auswertung im Shang-Artikel angezeifelt. Die Beschränkung auf die acht größten und aussagekräftigsten Studien sei der Grund dafür, dass sich keine Effekte oberhalb des Placeboniveaus zeigten. Hätte man jedoch eine einzige weitere der kleinen Studien hinzugefügt, so wäre das statistische Ergebnis knapp positiv für die Homöopathie ausgegangen. Klaus Linde schließt deswegen, dass das Ergebnis von Shang für sich genommen nur zeige,

… dass es keine eindeutige Beleglage zugunsten der Homöopathie im Vergleich zu Placebo gibt. (Minute 10:40)

Der Sprecher aus dem Off macht dagegen in der Abschlussbemerkung des Beitrags die Shang-Metaanalyse als Ursache negativer Schlagzeilen der Homöopathie aus:

Trotzdem: Die Schlussfolgerung, dass Homöopathie nicht wirkt, bestimmt bis heute die öffentliche Berichterstattung. Obwohl inzwischen auch viele wissenschaftliche Studien sagen: Homöopathie wirkt. (Minute 10:47)

ADHS

(Minute 11:00)
Die Berner ADHS-Studie[8] wird als nächste Erfolgsgeschichte für die Homöopathie präsentiert. Ausführlich wird geschildert, wie sich zur Verblüffung der Universitätsärzte die Symptomatik der teilnehmenden Kinder unter homöopathischer Behandlung verbessert habe. Aus dem Off erwähnt der Sprecher zwar die Einschätzung der Universitätsärzte, nach der die Studie offen lässt, ob „das Arzneimittel, das Arzt/Patientenverhältnis oder andere Faktoren gewirkt haben.“ (Minute 13:50) Für Heiner Frei, den homöopathischen Arzt, der die Studie durchführte, sei jedoch die „Antwort klar“ (Minute 13:58): Dies sei auszuschließen, denn es helfe ja nicht immer gleich das erste Mittel.

Aus dem Off wird vom „Ergebnis“ der Studie gesprochen, während die im Bild sichtbare Graphik nicht das Ergebnis, sondern den im optimalen Fall erwarteten Verlauf der Ergebniskurven zeigt. (Minute 14:47) Heiner Frei berichtet, dass seine Studie von der renommierten Fachzeitschrift The Lancet nicht zur Veröffentlichung angenommen wurde und deutet eine Unterdrückung positiver Ergebnisse für die Homöopathie durch die wissenschaftliche Community an.

Tierhomöopathie

(Minute 16:15)
Zum Thema des nächsten Beitrages, der Anwendung der Homöopathie in der Nutztierhaltung, äußern sich ein Landwirt und eine Tierheilpraktikerin vor der Kamera. Der Expertenstatus der Tierheilpraktikerin Birgit Gnadl wird im Film damit begründet, dass sie die Autorin des meistverkauften Buches für Rinderhaltung sei.[9]

In der Folge werden anekdotische Anwendungsbeispiele gezeigt: Der Landwirt, Halter von über hundert Milchkühen, meint, er habe den Antibiotika-Einsatz für Euterentzündungen (Mastitis) durch die Homöopathie um 95 % senken können. Wie die Zahl ermittelt wurde, erfährt der Zuschauer nicht. Halter und Tierheilpraktiker schließen Placeboeffekte im Stall aus, denn die Tiere könnten in diesem Setting gar nicht „erlernen“, dass es ihnen nach Behandlungen besser gehen solle.

Ein zweites Beispiel (Minute 19:20) stellt die anekdotische Schilderung einer homöopathischen Behandlung auf einem Hühnerhof dar: Die 18.000 Hühner legten Eier mit viel zu „weicher“ Schale. Innerhalb von vier Tagen nach der Gabe eines homöopathischen Mittels über das Trinkwasser solle das Problem verschwunden sein.

Wasserlinsen

(Minute 21:05)

Die Homöopathie-Experimente an Wasserlinsen durch Stephan Baumgartner und Tim Jäger werden vorgestellt. Gunnar Mergner leitet den Beitrag mit den Worten ein, dass dieses „spektakuläre Experiment“ tatsächlich nahelege, dass etwas wirke, in dem kein chemischer Wirkstoff mehr enthalten sei. (Minute 21:01) Die Wasserlinsen werden im Labor durch Arsen geschädigt und dadurch in ihrem Wachstum gehemmt. Anschließend werden die Pflanzen verblindet entweder mit verschiedenen homöopathischen „Potenzen“ behandelt oder mit reinem Wasser. Der Sprecher erklärt, es gebe „keinen Zweifel“, dass die homöopathisch behandelten Pflanzen eine viel bessere Wachstumsrate gezeigt hätten. Abschließend heißt es aus dem Off:

Noch ist der Versuch von Stephan Baumgartner und Tim Jäger von keinem anderen Institut wiederholt und bestätigt worden. Die Forscher suchen nach einer solchen Möglichkeit. Sie selbst haben ihr Ergebnis mehrmals überprüft. (Minute 25:01)

Haunersche Kinderklinik

(Minute 25:40)
Der letzte Filmabschnitt zeigt die homöopathische Praxis. Vorgestellt wird Sigrid Kruse, homöopathisch behandelnde Kinderärztin im „Modellprojekt Homöopathie“ an der Haunerschen Kinderklinik[B 1] in München. Aus dem Off erfährt der Zuschauer, es gebe mittlerweile große Studien, die „den Erfolg der Homöopathie im medizinischen Alltag belegen“ würden. (Minute 26:40) Die Homöopathie helfe demnach Patienten mit chronischen Erkrankungen mindestens so gut wie die „konventionelle Medizin“. Diese Arbeiten werden als „Versorgungsforschung“ bezeichnet, die „die Homöopathie unter realen Bedingungen untersuchen“ würden.

Im Anschluss an diesen letzten Filmbeitrag postuliert der Moderator als Fazit einen bislang unbekannten Wirkmechanismus und fordert eine Zusammenarbeit der „Schulmedizin“ mit der Homöopathie:

Wir haben gesehen: Es gibt genügend Hinweise, dass die Homöopathie tatsächlich wirkt. Aber warum das eigentlich so ist, das hat bis jetzt noch niemand herausfinden können. Jetzt wäre es natürlich sinnvoll, wenn die Homöopathie und die Schulmedizin diesem Rätsel gemeinsam auf den Grund gehen würden, statt sich wie auf dem Schulhof zu kloppen. Eigentlich gilt ja: ‚Wer heilt, der hat recht.‘ (Minute 28:18)


Wissenschaftliche Antworten

Einigen zentralen Aussagen im Sendebeitrag soll hier die Beleglage gegenübergestellt werden. Zudem wird angegeben, wo man auf der Homöopedia weiterführende Informationen zu einem Thema nachschlagen kann.

Aussage Wissenschaftliche Faktenlage und Querverweis auf andere Artikel
Im Video wird behauptet, mit Homöopathie könne Krebs geheilt werden – selbst in Fällen, die die „Schulmedizin“ schon aufgegeben habe. Mehrere Übersichtsarbeiten zum Thema Homöopathie bei Krebs[10][11][12][13][14][15] kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass es keine stichhaltigen Belege einer Überlegenheit von Homöopathika gegenüber Placebos in der Krebsbehandlung gibt – weder bei der Behandlung der Nebenwirkungen einer medizinischen Krebstherapie noch bei der Behandlung des Tumorgeschehens selbst. Alle diese Arbeiten bleiben in der Sendung unerwähnt, obwohl zum Sendezeitpunkt bereits vier dieser Reviews zur Verfügung standen.

In Zusammenhang mit der Clinica St. Croce wird oft auf einzeln herausgegriffene Studien verwiesen, zum Beispiel auf die Arbeit von Rostock et. al.. Wie deren Autoren[16] jedoch selbst in ihrer Arbeit schreiben, ist es nicht gelungen, unter den Patienten ausreichend viele vergleichbare individuell zugeordnete Patientenpaare[B 2] aus jeweils einem Patienten der Clinica und einem ausschließlich evidenzbasiert behandelten Patienten zu finden, um die Datenbasis für eine aussagekräftige Studie zu schaffen. Einzelne Studienautoren haben sich in Interviews explizit gegen die Darstellung verwehrt, die Studie von Rostock stelle einen Wirksamkeitsbeleg einer homöopathischen Krebsbehandlung dar.[17]

Die Clinica St. Croce stand in den vergangenen Jahren stark in der Kritik[18] und musste in der Folge ihren Internetauftritt mehrmals überarbeiten und Aussagen zur Homöopathie, ähnlich der im Filmbeitrag geäußerten, von ihrer Webseite entfernen.[19]

⇒ Siehe hierzu Hauptartikel „Clinica St. Croce“

Im Video wird behauptet, ein individuell gewähltes Homöopathikum rufe eine „Immunmodulation“ im Patienten hervor. Für die im Film behauptete „Immunmodulation“ durch Homöopathika fehlen jedwede wissenschaftlichen Belege. Vielmehr werden Homöopathika aufgrund der naturwissenschaftlichen Unplausibilität und des fehlenden robusten Nachweises einer gezielten Wirksamkeit wissenschaftlich als Placebos eingestuft.[20]

Außer bei Menschen, die von einer schweren Grunderkrankung betroffen sind, arbeitet unser Immunsystem immer, weil wir ununterbrochen mit allen möglichen Erregern in Kontakt kommen. Eine normal gesunde Lebensweise und eine Ernährung, die genügend Vitamine enthält, ist als Basis für ein funktionierendes Immunsystem vollkommen ausreichend. Wissenschaftlich ist nicht einmal klar definiert, was ein „starkes Immunsystem“ denn sein soll.[21][B 3] Die Erklärung der Homöopathie zur Immunmodulationstherapie ist zudem in keiner Weise plausibel, weil in den meisten Homöopathika keine Wirkstoffe enthalten sind. Medizinische Immuntherapien, wie sie etwa bei Allergien angewendet werden, beruhen auf dem Prinzip, das Immunsystem mit bestimmten Stoffen zu konfrontieren. Wo keine Wirkstoffe enthalten sind, kann das Immunsystem aber auch nichts „lernen“.[22]

⇒ Siehe hierzu auch auf der Familienwebseite des Informationsnetzwerks Homöopathie (INH) „Susannchen braucht keine Globuli“
den Artikel Immunsystem – Mythen und Fakten II

und den Artikel Homöopathische Impfung – garantiert wirkungslos!

Die Einträge im Repertorium seien die Ergebnisse systematischer Versuche und damit empirisch belegtes Wissen. Tatsächlich entstehen die Symptomlisten der Repertorien, die sogenannten Arzneimittelbilder, in Versuchen: In der homöopathischen Arzneimittelprüfung (HAMP) nehmen gesunde Personen Homöopathika ein und schreiben anschließend alle Veränderungen auf, die sie an sich beobachten. Die Begründung für dieses Vorgehen liegt in der homöopathischen Lehre: Ein Mittel soll demnach beim Erkrankten ähnliche Symptome heilen, wie es sie beim Gesunden hervorruft.

Das Vorgehen in der homöopathischen Arzneimittelprüfung ist aber nur scheinbar saubere Empirie. Die angeblich „systematischen Versuche“ genügen keineswegs streng wissenschaftlicher Methodik:

  1. Es fehlt ein einheitlich unter Homöopathen anerkanntes Verfahren, zu überprüfen, ob beobachtete Symptome tatsächlich von der Einnahme der Mittel herrühren.
  2. Es gibt bis heute keine einheitliche und etablierte Methodik zur Durchführung der Arzneimittelprüfungen. Selbst Richtlinien[23] enthalten viele „Soll“- und „Kann“-Bestimmungen. Es gibt keine einheitlichen Vorgaben, wie mit abweichend von den Empfehlungen durchgeführten Prüfungen umgegangen werden soll.
  3. Selbst in aktuellen Richtlinien[23] zur Durchführung der Arzneimittelprüfungen ist die Einrichtung von verblindeten Placebo-Kontrollgruppen freiwillig. Und es bleibt in den Vorgaben komplett unklar, was mit den Ergebnissen der Placebogruppe – sollte es sie gegeben haben – zu geschehen hat und wie sie im Ergebnis zu berücksichtigen sind.

Die im Filmbeitrag erwähnten Repertorien beruhen auf historischen Arzneimittelprüfungen, die in aller Regel unverblindet und ohne Vergleichsgruppe erfolgten. Die Teilnehmer wussten also, dass sie etwas eingenommen haben – oft sogar, welches Homöopathikum. Unter solchen Bedingungen kann die Erwartungshaltung der Testperson entsprechende Symptome erzeugen. Daneben landeten durch dieses Vorgehen in den Repertorien auch alle zufällig nach den Einnahmen auftretenden Symptome wie beispielsweise eine zeitgleich eingefangene Erkältung oder ein sportbedingter Muskelkater. Derartige Prüfungen sind anfällig für den „Post-hoc“-Fehlschluss. Die heute existierenden Richtlinien[23] für die homöopathische Arzneimittelprüfung ändern daran wenig: das Vorgehen bei solchen Prüfungen ist immer noch recht uneinheitlich, oft finden Prüfungen ohne Placebokontrolle statt und oft kennen die Teilnehmer das zu prüfende Mittel.

Unter wirklich wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen – also placebokontrolliert, randomisiert und verblindet – ergeben sich in aller Regel keine Unterschiede zwischen den Symptomen, von denen Verum- und Placebogruppen berichten.[24] Die Listen in den Repertorien und damit die Grundlagen der homöopathischen Arzneimittelverordnung sind mithin Zufallsprodukte.

Auch die im Filmbeitrag genannte Praxiskontrolle der Arzneimittelbilder genügt keinen wissenschaftlichen Standards: Es gibt keine hinreichende Methode, die Arzneimittelbilder zu überprüfen und zu bestätigen. Zwar ergeht oftmals die Aufforderung zurückzumelden, ob einzelne Symptome nach der Mittelgabe tatsächlich verschwunden sind. Dabei sind aber alle Meldungen freiwillig und unsystematisch. So fehlen in den Verifikationen einheitliche, objektive Beurteilungskriterien und es erfolgt keine systematische Erfassung der Gesamtzahl der behandelten Patienten. Die Zahl der Fälle, bei denen keine Besserung oder sogar eine Verschlechterung eintrat, bleibt unbekannt. Es wird nicht erfasst, ob die Häufigkeit, in der das Mittel nicht den erwarteten Effekt hervorrief, nicht viel größer ist. Rückmeldungen sind also ein reines „Cherrypicking“, in das nur die positiven Fälle Eingang finden. Auch unter Placebobehandlung gibt es immer Fälle, bei denen Symptome verschwinden, also ohne Wirksamkeit des Mittels. Deshalb kann das in der Homöopathie übliche Vorgehen keine wissenschaftlich solide Verifikation liefern. Es fehlt auch hier an der Kontrollgruppe.

Die Idee, dieses Vorgehen wenigstens um eine ebenfalls nicht systematische „Falsifikation“ durch Meldung nicht erfolgreicher Behandlungen zu ergänzen, wurde erst vor wenigen Jahren in homöopathischen Zeitschriften vorgeschlagen, aber auch danach in der Praxis nicht wahrgenommen: Solche Fälle wurden einfach nicht gemeldet.[25]

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Homöopathische Arzneimittelprüfung (HAMP)“ das Kapitel Wissenschaftliche Untersuchungen zur Aussagekraft der homöopathischen Arzneimittelprüfung

Wissenschaftliche Studien zur Homöopathie seien „gar nicht so einfach zu machen.“ Die placebokontrollierte, randomisierte und mehrfach verblindete Vergleichstudie wäre sehr wohl in der Lage nachzuweisen, dass Homöopathika zu den auch unter Placebo beobachtbaren Besserungen etwas hinzufügen können. Dieses Vorgehen stellt quasi eine zweite Chance für die Homöopathie dar, nachdem die Naturwissenschaften die Behauptungen des Verfahrens als unhaltbar einstufen.

Auch die individuelle Wahl des Homöopathikums stellt hier kein Hindernis dar. Schon im Jahr 2010, also drei Jahre vor der Erstausstrahlung der Sendung, erklärte dies Claudia Witt, damals Professorin für Komplementärmedizin an der Berliner Charité:

Wenn es um die alleinige Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel geht, kann man diese selbstverständlich in randomisierten placebokontrollierten Studien untersuchen. Selbst die Form der ausführlichen Anamnese und Auswahl der individuellen Arznei lässt sich in diesem Studiendesign berücksichtigen, was auch schon mehrfach gemacht wurde. In diesem Fall erhalten Patienten beider Gruppen die Anamnese und der homöopathische Arzt sucht die passende Arznei aus. Die Apotheke schickt dann entweder die Arznei oder Placebo an den Patienten. Arzt und Patient wissen beide nicht, wer was bekommt.[26]

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe solcher randomisierten und mehrfach verblindeten Studien zur individualisierten Homöopathie. Ein bekanntes Beispiel wäre die Münchner Kopfschmerzstudie. Robert Mathie veröffentlichte im Jahr 2014, also nur ein Jahr nach der Sendung, sogar einen Systematischen Review zur individualisierten Homöopathie.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Allgemeines über klinische Studien“ das Kapitel Mit einem statistischen Messinstrument - wie einer verblindeten Studie - kann man kein individuelles Verfahren wie die Homöopathie untersuchen.

Inzwischen würden auch viele wissenschaftliche Studien sagen: Homöopathie wirkt. Richtig ist, dass es auch Studien mit für die Homöopathie positivem Ergebnis gibt. Es ist aber „Rosinenpicken“, sich allein auf diese zu beziehen, wenn einem deren Ergebnis gefällt. Für ein wissenschaftlich aussagekräftiges Ergebnis bedarf es eines Gesamtblicks auf alle Studien, der auch Qualitätsmängel dieser Studien nicht außer Acht lässt.

Studien sind statistische Messinstrumente. Man vergleicht die Erfahrungen zweier Patientengruppen, die unterschiedlich behandelt werden. In placebokontrollierten Studien bekommt die eine Gruppe das zu testende Verfahren – etwa Homöopathie. Die andere Gruppe bekommt gleich aussehende Placebos. Für das Ergebnis prüft man, ob sich Unterschiede bei der Genesung zwischen den Gruppen ergeben haben. Von einem „statistisch signifikanten Ergebnis“ spricht man dabei, wenn ein auf der Basis der Teilnehmer der Studie gefundener Unterschied im Ergebnis mit einer bestimmten, vorher festgelegten Wahrscheinlichkeit (oft 95 %) nicht zufällig zustande gekommen ist.

Einzelne Studien können daher gar nicht belegen, ob ein Verfahren wirklich besser als Placebo ist, weil sie immer nur eine Wahrscheinlichkeitsaussage treffen können. Es besteht immer das Risiko (oft eben 5 %), dass das Ergebnis zwar „als nicht zufällig zustande gekommen“ eingestuft wurde – es aber doch purer Zufall war.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Statistische Signifikanz“ das Kapitel Signifikanzniveau und Alpha-Fehler

In der Praxis ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Studie die Wirksamkeit eines Verfahrens zu positiv beurteilt, sogar noch größer: Neben der Wirksamkeit des Verfahrens gibt es je nach Qualität der Studie noch andere mögliche Gründe, warum ein gemessener Gruppenunterschied nicht zufällig war. Eine Studie untersucht nie die Gesamtbevölkerung, sondern immer nur recht kleine Teilnehmergruppen. In der Praxis hat man aber nie die idealen Teilnehmergruppen: Patienten sind – das weiß man eben auch in der echten Medizin – nicht alle gleich. Alle Unterschiede in den Teilnehmergruppen, zu kleine Gruppen oder nicht gleichwertige Gruppen können dazu führen, dass die Wahrscheinlichkeit für ein falsch-positives Ergebnis weiter steigt. Auch fehlende oder mangelhafte Randomisierung und Verblindung haben den Effekt, dass die untersuchten Verfahren zum Teil sogar drastisch überschätzt werden.[27] Aus wissenschaftlicher Sicht ist es deshalb irreführend, bei der Homöopathie auf die Ergebnisse einzelner positiver Studien zu verweisen, anstatt dem Patienten zu sagen, dass sich in der Gesamtsicht der Daten keine stichhaltigen Belege einer Überlegenheit der Homöopathika gegen Placebo ergeben.

Bei einem Verfahren, das mit wirkungslosen Arzneien arbeitet, werden de facto also zwei Placebogruppen miteinander verglichen. Bei einer großen Zahl von Einzelstudien wird deshalb unvermeidlich einmal die eine, einmal die andere Gruppe „vorne liegen“. Niedrige Studienqualtität – wie sie alle Autoren Systematischer Reviews zur Homöopathie einstimmig bemängeln – wird sogar systematisch zu einer Überschätzung des Verfahrens führen. Wenn Autoren Systematischer Reviews einen Teil der betrachteten Einzelstudien aufgrund von Qualitätsmängeln nicht oder weniger stark in ihr Endergebnis einfließen lassen, dann folgen sie einer sinnvollen, über andere Ergebnisse begründeten Methode, zu zuverlässigeren Aussagen zu kommen.[28] Diese Studienauswahl folgt wissenschaftlichen Qualitätskriterien, nicht – wie im Sendebeitrag suggeriert – dem gewünschten Ergebnis. Man kann nicht einfach einfordern, doch noch ein paar schlecht gemachte Studien mehr zu betrachten, damit die Ergebnisse auch schön positiv werden.

⇒ Siehe hierzu Hauptartikel „Systematische Reviews zur Homöopathie - Methodik
⇒ Siehe hierzu Hauptartikel „Systematische Reviews zur Homöopathie - Übersicht

Hauptsächlich die Metaanalyse von Shang et al. sei der Grund, warum Homöopathika als Placebos bezeichnet werden. Das ist nicht richtig.

Die Homöopathie wurde von Wissenschaftlern praktisch von Anfang an für ihre unplausiblen Behauptungen kritisiert. Erste Untersuchungen mit für die Homöopathie negativen Ergebnis fanden beispielsweise 1829/1830 in Petersburg[29] und 1835 in Nürnberg statt. Die wissenschaftliche Einschätzung der Homöopathika als Placebos beruht auf mehreren ineinandergreifenden Argumenten.

Zunächst sind die Konzepte der Homöopathie im Laufe der seit ihrer Erfindung durch Samuel Hahnemann verstrichenen Zeit mehr und mehr in Widerspruch zum anwachsenden Wissen der Naturwissenschaften geraten.[30][31] Auch die inneren Widersprüche der Homöopathie und der Zerfall in einander widersprechende Strömungen sind bereits für sich genommen deutliche Hinweise, dass die Homöopathie nicht auf echten Naturphänomenen beruht.

Obwohl die naturwissenschaftliche Unplausibilität schon ein sehr starkes Argument darstellt, bekam die Homöopathie aufgrund ihrer Anwendung in der Praxis über die Untersuchung in klinischen Studien quasi eine zweite Chance, denn klinische Studien hätten auch bei einem unverstandenen Wirkmechanismus Unterschiede zu Placebo messen können. In der Gesamtsicht der Studienlage von mittlerweile über 200 klinischen Vergleichsstudien[B 4] ergeben sich jedoch in Übereinstimmung mit der naturwissenschaftlichen Vorhersage keine stichhaltigen Argumente dafür, dass Homöopathika etwas anderes sind als Placebos.[32]

Der im Film besprochene Review von Shang et al. steht also keineswegs so alleine da wie suggeriert: Alle systematischen Reviews zur Homöopathie bemängeln die schlechte Qualität der Einzelstudien, die leicht dazu führen kann, ein Verfahren zu überschätzen.[27] Immer wieder stellen die Autoren fest, dass kleine statistische Effekte weiter zurückgehen oder ganz verschwinden, wenn man sich auf die qualitativ besseren Arbeiten beschränkt. Auch die Arbeiten des im Film interviewten Klaus Linde ordnen sich hier nahtlos ein: In einem ersten Systematischen Review von 1997[33] fand Linde zwar über alle Anwendungsgebiete Effekte der Homöopathika über Placebo, jedoch nicht für einzelne Indikationen. Bereits 1998[34] kritisiert er in seinem zweiten Systematischen Review zur Homöopathie die schlechte Qualität der zugrunde liegenden Studien:

Die Ergebnisse legen eine Überlegenheit individualisierter Homöopathie über Placebo nahe. Die Beleglage ist jedoch nicht überzeugend, aufgrund methodischer Schwächen und Inkonsistenzen.[B 5]

Tatsächlich verschwanden bereits in dieser Übersichtsarbeit 1998 genau wie bei Shang/Egger die Effekte zugunsten der Homöopathie völlig, sobald Linde sich auf die hochwertigen Arbeiten beschränkte:

In den 19 placebokontrollierten Studien, die ausreichend Daten für eine Metaanalyse beinhalteten, war individualisierte Homöopathie signifikant wirksamer als Placebo (…), doch als die Analyse auf die methodisch besten Studien beschränkt wurde, war kein signifikanter Effekt mehr sichtbar.[B 6]

1999 veröffentlichte Linde eine weitere Übersichtsarbeit,[35] die genau dieses Verschwinden der Placeboüberlegenheit in den methodisch hochwertigen Arbeiten noch deutlicher herausarbeitet:

Studien, die explizit randomisiert und doppelt verblindet waren, sowie solche, die in ihrer Bewertung oberhalb der Grenzbewertung lagen, zeigten signifikant weniger positive Ergebnisse als Studien, die den Qualitätskriterien nicht gerecht wurden. In der gesamten Metaanalyse gab es einen Trend zunehmender Effektgrößen, wenn mehr Studien mit geringeren Qualitätsbewertungen berücksichtigt waren. (...) Wir folgern daraus, dass es in der Gesamtheit der untersuchten Studien klare Belege dafür gibt, dass methodisch bessere Studien dazu tendieren, weniger positive Effekte zu belegen.[B 7]

Von allen diesen übereinstimmenden Ergebnissen erfährt der Zuschauer im Film nichts, obwohl sie bereits im Jahr der Erstausstrahlung (2013) vorlagen. Bis heute hat sich daran nichts geändert: Keiner der bis heute zur Homöopathie erstellten Reviews (Stand Anfang 2020) berichtet von stichhaltigen oder in Reproduktionen robusten Belegen einer Überlegenheit gegen Placebo. Zu diesem Ergebnis kamen auch verschiedene Gesundheitsbehörden, etwa die amerikanische Food and Drug Administration (FDA)[36] oder der britische National Health Service (NHS).[37]

Zusätzlich wurde die Studienlage bisher (Stand Anfang 2020) zwei Mal mit einer weiteren Methode, der sogenannten „p-Kurven-Analyse“ gesichtet. Bei diesem Verfahren wird die Verteilung der p-Werte der Einzelstudien betrachtet, also ob und wie häufig diese eher nahe an der Signifikanzgrenze lagen. Bei statistischen Artefakten ergeben sich für die Ergebnisse andere Verteilungen als bei Ergebnissen, die auf echten Naturphänomenen beruhen. Die Ergebnisse beider unabhängigen p-Kurvenanalysen haben die Systematischen Reviews eindrucksvoll bestätigt: Homöopathika sind Placebos.[38][39]

Basierend auf der wissenschaftlichen Gesamtevidenz hat das European Academies Scientific Advisory Council (EASAC) – die Dachorganisation Europäischer Wissenschaftsakademien – eine klare Stellungnahme zur Homöopathie[20] verfasst, in der es heißt:

Wir stimmen mit früheren umfangreichen Untersuchungen überein, die zu dem Schluss kamen, dass keine Krankheiten bekannt sind, für die es stichhaltige, reproduzierbare Beweise dafür gibt, dass die Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus wirksam ist (...) Bewerbung der Homöopathie – wir halten fest, dass es dem Patienten erheblichen Schaden zufügen kann, wenn dies zu Verzögerungen bei der Inanspruchnahme evidenzbasierter medizinischer Versorgung führt…[20][B 8]

Wenn Besserungen erst beim zweiten oder dritten homöopathischen Mittel auftreten, sei das ein Beleg dafür, dass andere Effekte als eine arzneiliche Wirksamkeit ausgeschlossen werden können. Das ist nicht richtig.

Plakativ könnte man entgegnen: „Wenn es erst nach dem sechsten Regentanz tatsächlich regnet, ist das ein Beweis dafür, dass man mit Tanzen Regen machen kann?“

Auch andere begleitende Faktoren können ihre Effekte erst mit der Zeit entfalten. So braucht auch das Arzt/Patienten-Verhältnis Zeit, bis in den Gesprächen eine Vertrautheit vorliegt, die das Vertrauen von Patienten – hier von Eltern und Kind – in die Therapie steigern kann. Zudem ist in der Studie nicht klar ersichtlich, inwiefern die betroffenen Kinder Erstdiagnosen erhielten. In der Folgezeit nach einer Erstdiagnose werden sich die Eltern umfassend informieren (Literatur, Selbsthilfegruppen, Verhaltensschulungen) und entsprechend mit der Zeit besser bei alltäglichen Problemen reagieren. Alle diese Begleitumstände werden allmählich – nicht sofort – dazu führen, dass man die Familiensituation als einfacher einschätzt. Wurde in dieser Zeit das Homöopathikum gewechselt, entsteht der Eindruck, erst das zuletzt gegebene Mittel habe gewirkt.

Der Hinweis auf die Wirkung des zuletzt gegebenen Mittels stellt also einen logischen Fehlschluss dar: Wechselt man regelmäßig das Placebo und es treten irgendwann aufgrund anderer Umstände Besserungen auf, dann wird zwangsläufig immer ein Placebo als letztes gegeben worden sein. Weil solche anderen Faktoren immer vorhanden sind, sagt eine Besserung auch beim letzten gegebenen Mittel nichts über die Wirksamkeit aus.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Oft gehörte Argumente - Verbreitete Vorstellungen über den Placebo-Effekt“ das Kapitel Grundsätzlicher Hinweis: danach ist nicht zwangsläufig deshalb

Prof. Dr. med. Maja Steinlin sagt zur ADHS-Studie von Heiner Frei, dass man gescheitert sei, hätte man damit die Unwirksamkeit der Homöopathie beweisen wollen. Diese Aussage verkennt grundlegend, wie klinische Studien arbeiten.

Studien sind statistische Messwerkzeuge, die messen, wie wahrscheinlich ein Unterschied zwischen Verumgruppe (also der Gruppe, die das getestete Verfahren anwendete) und Placebogruppe durch Zufall zustande gekommen ist. Dabei lautet die Ausgangsannahme, „Nullhypothese“ genannt, dass das getestete Verum keinen Unterschied zu Placebo hat. Unterschreitet die in der Studie auf den Patientengruppen ermittelte Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Schwelle, nennt man das Ergebnis „statistisch signifikant“. In diesem Falle wird die Nullhypothese verworfen.

Studien versuchen also ganz grundätzlich nicht, eine Unwirksamkeit zu beweisen. Das Messen einer exakten Nullwirkung ist eine messtechnische Unmöglichkeit. Studien untersuchen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Annahme der Unwirksamkeit zu verwerfen ist. Insofern sagt es über die Homöopathie gar nichts aus, wenn die Frei-Studie zu ADHS etwas nicht kann, was keine klinische Vergleichstudie kann: Unwirksamkeit beweisen.

⇒ Siehe hierzu Hauptartikel „Statistische Signifikanz“

Daneben darf nicht vergessen werden, dass es bereits eine große psychologische Hilfe für die betreffenden Familien darstellt, überhaupt eine Diagnose in der Hand zu haben. Das lebhafte und unkonzentrierte Auftreten der Kinder wird dann nicht mehr einer mangelnden Erziehung oder einem Mutwillen der Kinder zugesprochen, was allein in der Zeit nach der Diagnosestellung zu Erleichterungen im Alltag führen wird. Besserungen im Verlauf der eineinhalbjährigen Studie sind deshalb schon aufgrund von der Homöopathie ganz unabhängiger Faktoren zu erwarten und können wegen der über den größten Teil des Studienzeitraumes fehlender Kontrollgruppe nicht herausgerechnet werden.

Eine besonders hochwertige Studie zu ADHS von Heiner Frei zeige gegenüber Placebo signifikante Unterschiede der homöopathischen Behandlung. Die Studie wird im Fernsehbeitrag als dem wissenschaftlichen „Goldstandard“ entsprechend bezeichnet, also als randomisierte und mehrfach verblindete Vergleichsstudie. Tatsächlich erfüllt die Studie diesen Standard nur über wenige Wochen: Die Studie beginnt mit einem längeren Screening-Zeitraum, in dem es keine Kontrollgruppe und entsprechend weder Randomisierung noch Verblindung gab. Der wesentliche Teil der in der Studie beschriebenen Besserungen stammt bereits aus dem unverblindeten Screening und damit aus einen Zeitraum, in dem die Studie keinen Goldstandard erfüllt. Dass die Ergebnisse aus dieser Phase so gut sind, liegt daran, dass nur Kinder in die sich anschließende placebokontrollierte Phase und damit in die Studie eingeschlossen wurden, bei denen sich eine Mindestverbesserung eingestellt hatte.

Kinder, die einen vorab definierten Verbesserungsgrad erreichten, nahmen anschließend an einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie teil, um die Verschlechterung unter Placebo zu untersuchen.[B 9][8]

Aus der Beschreibung der Studie im Film geht dieser für die Einordnung der Ergebnisse wichtige Punkt nicht hervor.

Die randomisierte, mehrfach verblindete und placebokontrollierte Phase der Studie fand als „Crossover“ statt: Hierbei bekam zunächst eine Hälfte der Teilnehmer für sechs Wochen Placebo, die andere weiterhin Homöopathika. Danach wurden die Gruppen für weitere sechs Wochen gewechselt. Da auch nach der „Crossover“-Phase wieder ein längerer Zeitraum ohne Kontrollgruppe lag, erfüllten insgesamt nur diese zwölf Wochen der eineinhalbjährigen Studie den Qualitätsstandard, der im Filmbeitrag angeführt wird. Unerwähnt bleibt im Beitrag allerdings, dass gerade die Ergebnisse dieses Crossovers nicht überzeugend sind: die Unterschiede der Gruppen sind nur sehr knapp statistisch signifikant.[B 10] Der Verlauf der Kurven passt in drei von vier Ästen nicht zu der Annahme, Homöopathika seien gezielt wirksam.

Höchst irreführend im Fernsehbeitrag ist, dass die Grafik, die Heiner Frei im Bild zwischen den Zeitstempeln 14:35 und 14:45 betrachtet, während der Sprecher aus dem Off über die Studienergebnisse spricht, nicht der Ergebnisgrafik der Arbeit[8] entspricht.[40][41] Im Bild dargestellt wird ein hypothetischer Verlauf, der zeigt, wie die Ergebnisse aussehen müssten, wenn sie eine Überlegenheit gegen Placebo belegen würden. Der Verlauf der echten Ergebnisse ist jedoch ein ganz anderer.[B 11] Der Zuschauer hat aber keinen Grund zur Annahme, dass das, was er sieht, nicht die Studienergebnisse wären – und nimmt so den Eindruck einer Eindeutigkeit der Ergebnisse mit, die in der Studie gar nicht vorliegen.

Zudem gibt es weit mehr als nur diese eine Studie zu homöopathischer Behandlung von ADHS. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit[B 12] findet in der Gesamtsicht aller Studien – einschließlich der Arbeit von Frei – bei ADHS keine Nachweise für eine Überlegenheit von Homöopathie gegenüber Placebo. Obwohl diese Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2007 stammt und somit dem BR genauso zur Verfügung gestanden hätte und als Cochranereport einen höheren Evidenzgrad aufweist als eine einzelne klinische Studie,[28] bleibt sie in der Sendung unerwähnt.[42]

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Oft gehörte Argumente - Verweise auf konkrete Studien und Experimente“ das Kapitel ADHS-Studie von Heiner Frei

Wenn sich ein Buch über Homöopathie für Rinder so gut verkauft, müsse an der Homöopathie etwas dran sein. Das ist ein logischer Fehlschluss, das sogenannte „Popularitäts- oder Beliebtheitsargument“.[43] Wenn sich dieses Buch gut verkauft, zeigt das lediglich das Interesse vieler Landwirte an der Selbstbehandlung ihrer Tiere, nicht aber die Wirksamkeit des darin beschriebenen Verfahrens oder die Richtigkeit der im Buch enthaltenen Aussagen. Die Beliebtheit kann auch durch intensive Werbung, durch falsche Vorstellungen über die Leistungsfähigkeit der Homöopathie oder durch den Mangel an anderen Büchern zur Selbstbehandlung von Nutztieren bedingt sein.

Zudem gibt der Filmbeitrag keine absoluten Verkaufszahlen. Zwischen der vierten Auflage von 2011 und der fünften Auflage von 2019 vergingen allerdings acht Jahre. Der Online-Marktführer Amazon vertreibt (Stand März 2020) die 2019 erschienene fünfte Auflage überhaupt nicht, die vierte Auflage von 2011 wurde nur von 16 Usern rezensiert.[44] Echte Bestseller haben hier ganz andere Zahlen und sind immer in aktueller Auflage verfügbar.

Mit Homöopathie lasse sich Mastitis so wirksam behandeln, dass man 95 % der Antibiotika dafür einsparen könne. Studien zur Mastitis[B 13] weisen immer wieder darauf hin, dass eine Verringerung der Massentierhaltung, mehr Raum für das einzelne Tier und anderes Futter das Tierwohl verbessern. In „Biobetrieben“ leben die Tiere weniger dicht gedrängt, so dass sich Keime oft schlechter von Tier zu Tier übertragen. Zudem kann der Landwirt bei insgesamt weniger Tieren jedes einzelne Tier genauer im Auge behalten und so z. B. die Trockenstellprophylaxe verbessern. Deshalb – und nicht etwa, weil parallel auch Homöopathika gegeben wurden – sind nach derartigen Veränderungen der Haltungsbedingungen oft weniger Antibiotikagaben nötig. Es wäre fatal, hier zugunsten der Homöopathie von den wahren Ursachen der geringeren Antibiotikagaben abzulenken.

Gerade die homöopathische Behandlung von Mastitis und die Frage der Antibiotikaeinsparung ist in Studien sehr gut untersucht – mit für die Homöopathie negativen Ergebnissen. So verglich etwa die Arbeit von Hektoen et al.[45] aus dem Jahr 2004 in einer dreiarmigen[B 14] Studie Placebobehandlung, individualisierte homöopathische Behandlung und Behandlung mit Antibiotika. Belege für eine Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung über Placebo hinaus finden sich in der Studie nicht.[B 15] Auch in der zusammenfassenden Einschätzung der Carstens-Stiftung aus dem Jahr 2012 …

… ist die Studienlage in der Veterinärhomöopathie nicht derart, dass ein Nutzen der Homöopathie bei Prophylaxe oder Therapie der klinischen oder subklinischen Mastitis bewiesen wäre.[46]

Von allen diesen Ergebnissen erfährt der Zuschauer in der Sendung des Bayrischen Rundfunks nichts. Auch neuere Studien reproduzieren die bereits damals gut dokumentierte wissenschaftliche Einschätzung: J.H. Williamson und S.J. Lacy-Hulbert verglichen 2014 die Behandlungsergebnisse bei klinischer Mastitis von Antibiotika und Homöopathie. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass eine antibiotische Behandlung signifikant bessere Ergebnisse erzielt als eine Behandlung mit Homöopathika.[47]

Allgemein finden Studien am Tier in der Gesamtsicht wie beim Menschen keine stichhaltigen Belege einer Überlegenheit der Homöopathika gegenüber Placebos. Ein speziell die Nutztierhaltung betreffender Review[48] aus dem Jahr 2016 weist im Ergebnis explizit darauf hin, dass mangels solcher Belege ein Ersetzen von Antibiotika durch homöopathische Mittel nicht empfohlen werden kann.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Studienlage
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Homöopathische Behandlung von Mastitis
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Versprechen der Reduktion von Antibiotika in der Nutztierhaltung
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Antibiotika“ das Kapitel Verschreibungspflicht

Eine Besserung nach einer Behandlung am Tier könne nur entweder ein Placeboeffekt oder eine Wirksamkeit des Mittels sein. Eine andere Erklärung gebe es nicht. Das ist nicht richtig. Mensch und Tier überstehen die meisten Alltagsbeschwerden mit der Zeit auch unbehandelt. Auch Tiere haben ein im Laufe von Jahrmillionen Evolutionsgeschichte entstandenes leistungsfähiges Immunsystem. Für Wildtiere sind Erkrankungen nur deshalb oft tödlich, weil sie die betroffenen Individuen zu leichter Beute machen oder sie hindern, ausreichend Nahrung zu finden und so weitere Entkräftung die Folge ist. Bei Haustieren fallen diese Risiken weg, sie haben die Zeit zur Verfügung, bis die Beschwerden von selbst ausheilen.

Bei der im Film geschilderten Euterentzündung sind zudem oft andere Maßnahmen für ein selteneres Auftreten verantwortlich: Eine ausreichende Trockenstellprophylaxe und Kleinbetriebe, in denen ein Landwirt dem einzelnen Tier mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen kann und z. B. eine Mastitis früher bemerkt.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Ein Placebo zu geben bedeutet nicht, dass alles, was danach geschieht, ein Placebo-Effekt ist
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Homöopathische Behandlung von Mastitis
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Oft gehörte Argumente - Verbreitete Vorstellungen über den Placeboeffekt“ das Kapitel Grundsätzlicher Hinweis: danach ist nicht zwangsläufig deshalb

Wenn ein Nutztier gar nicht bemerkt, dass es behandelt wurde, könne eine beobachtete Besserung nur eine Arzneiwirkung sein, aber kein Placeboeffekt. Dieser Eindruck wird im Filmbeitrag aus der falschen Gleichsetzung von Placeboeffekt und Konditionierung („Erlernen“, dass es nach einer Behandlung besser wird) erzeugt. Die Aussage ist aber aus zwei Gründen falsch:
  1. „Placebo“ ist weit mehr als Konditionierung für ein Behandlungssetting. Zum Phänomen Placebo gehören weitere, meist unbewusste Aspekte. So spielt bei Haustieren auch die Zuwendung durch den Halter eine Rolle. Ein Tier bemerkt, wenn es erhöhte Aufmerksamkeit bekommt. Studien[49] zeigen zudem, dass Halter, die in ein angewendetes Verfahren Hoffnung setzen, in rund 40 % der Fälle schon Besserungen an den Tieren sehen, wenn diese gar nicht vorhanden sind. Dieser Teil des im Fachausdruck als „Placebo-by-proxy“ (Placeboeffekt bei der Bezugsperson)[50] bekannten Phänomens darf auch in der Nutztierhaltung bei der Beurteilung einer Behandlung nicht vernachlässigt werden: Wegen dieses Effektes ist bei der Durchführung von Studien zur Behandlung von Tieren die Verblindung des Prüfers, der den Therapieerfolg feststellt, von großer Bedeutung. Die in der Sendung beschriebene Situation bietet dagegen nichts, das einer Verfälschung der Einschätzung der eingesetzten Mittel durch den „Placebo-by-proxy“ entgegensteht.
  1. Beobachtete Besserungen können, egal ob das Tier von der Behandlung etwas bemerkt, ganz andere Ursachen haben als die angewendete Behandlung. Sie können auf natürlichen Genesungsprozessen beruhen. Oder sie werden durch begleitende Maßnahmen wie Diät, Schonung, Änderung der Haltungsbedingungen usw. ausgelöst.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Ein Placebo zu geben bedeutet nicht, dass alles, was danach geschieht ein Placebo-Effekt ist
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Placebo-Effekte beim Tier sind seit vielen Jahren bekannt

Wenn die Homöopathika prophylaktisch gegeben werden und die Tiere nicht erkranken, sei das ein Beleg für die Wirksamkeit des Mittels. Das trifft nicht zu. Mit gleichem Recht könnte man in Analogie zum obigen Regentanz-Beispiel sagen, dass man Regenfälle durch das Mitnehmen von Regenschirmen verhindern kann.

Es gibt keine wissenschaftlichen Nachweise dafür, dass homöopathische Prophylaxemaßnahmen besser sind als Placebogaben.[46] Der Eindruck entsteht beim Tierhalter aber leicht durch parallel ergriffene Maßnahmen wie Umstellung des Betriebes auf „Bio“ und damit bessere Haltungsbedingungen für die Tiere. So kann beispielsweise eine bessere Durchführung der Trockenstellprophylaxe zu dem vom Landwirt im Filmbeitrag geführten Eindruck führen.

Anzumerken ist außerdem, dass die Idee der Prophylaxe durch Gabe eines Homöopathikums an gesunde Tiere dem Wesen der Homöopathie grundlegend widerspricht. Die Homöopathie beruht vielmehr auf der Annahme, dass die Homöopathika bei Gesunden Symptome hervorrufen – die Symptome, die denen ähnlich sind, die sie beim Kranken heilen sollen. Genau dieses „Ähnlichkeitsprinzip“ ist die namensgebende Grundidee der Homöopathie.[51][52] Das Filmbeispiel zeigt hier also eindrucksvoll, dass die in der veterinärhomöopathischen Praxis angewendeten Maßnahmen der Lehre der Homöopathie widersprechen und also gar keine Homöopathie sind. Eine solche Methodenwillkür ist ein deutlicher Hinweis auf den Placebocharakter des Verfahrens.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Homöopathische Behandlung von Mastitis
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Tierhomöopathie“ das Kapitel Systematischer Review von Sundrum und Doehring
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Varianten der Homöopathie“ das Kapitel Einschätzung der Variantenvielfalt

18.000 Hennen sollen nach Gabe eines Homöopathikums keine dünnschaligen Eier mehr gelegt haben. Die Szene im Filmbeitrag zeigt typische Schwächen anekdotischer Erzählungen: Berichtet wird nur, worauf das Augenmerk gelenkt werden soll. Es fehlen quantitative Angaben und klare Messungen sowie alle Angaben über begleitende Maßnahmen. So werden etwa Fragen über Veränderungen des Kalzium-Gehaltes in der Tiernahrung oder nach dem Vitamin-D-Spiegel der Tiere gar nicht gestellt. Sie wären aber hier hochinteressant, weil diese Parameter die Schalenstärke bei Legehennen beeinflussen.[53]

Auch hier muss darauf hingewiesen werden, dass die Gabe eines einzigen Homöopathikums an 18.000 Legehennen dem vielbeschworenen Prinzip der Homöopathie als individualisierte Therapie vom Wesen her diametral widerspricht.

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel das Kapitel das Kapitel Studien dokumentieren keine eindeutige Überlegenheit von Homöopathika gegen Placebo
⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Varianten der Homöopathie“ das Kapitel Einschätzung der Variantenvielfalt

Stephan Baumgartner habe wiederholt belegt, dass hochpotenzierte Homöopathika das Wachstum von vorab mit Giftstoffen geschädigten Wasserlinsen besser fördern als Placebos. Im Fernsehbeitrag heißt es, Baumgartner und sein Kollege hätten die Experimente „bereits mehrfach geprüft“. Diese Darstellung suggeriert, die Wiederholungen hätten stets auch zu denselben Ergebnissen geführt. Genau das ist aber nicht der Fall:

In Wiederholungen der Experimente blieben die Unterschiede aus oder die Effekte gingen in eine andere Richtung. So berichtete man 2014[54] über insgesamt drei Serien mit jeweils fünf unabhängigen verblindeten und randomisierten Experimenten, bei denen jedoch nur in der dritten Serie ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Placebo und homöopathischen Behandlung auftrat – und dies in entgegengesetzter Richtung zur vorherigen Studie. Auch waren die Potenzen, bei denen diese signifikanten Werte auftraten, ganz andere als bei den ersten Versuchen. Diese fehlende Reproduzierbarkeit der Ergebnisse ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die ursprünglich berichteten Daten rein zufällige Schwankungen in der Verteilung waren, sogenannte statistische Ausreißer.

Zudem muss man bedenken, dass der Zuschauer unter „signifikant“ verändertem Wachstum intuitiv eher eine große Effektstärke annimmt. Statistische Signifikanz ist aber eine rein rechnerische Unterschreitung einer Wahrscheinlichkeitsgrenze, nicht notwendig ein wirklich auffälliger Unterschied.[B 16]

⇒ Siehe hierzu im Hauptartikel „Oft gehörte Argumente - Verweise auf konkrete Studien und Experimente“ das Kapitel Wasserlinsenexperimente von Stephan Baumgartner

Während es eine Vielzahl von Experimenten zur Homöopathie gibt, existiert bis heute (Stand Anfang 2020) keine Versuchsreihe, in der homöopathische Hochpotenzen im Vergleich zu Placebo stabil und bei Reproduktionsversuchen in verschiedenen Forschungseinrichtungen durchgehend immer statistisch signifikante Unterschiede gezeigt hätten.

Neben der fehlenden externen Reproduzierbarkeit weisen diese Experimente noch weitere Gemeinsamkeiten auf: Es handelt sich nahezu durchgehend um hoch komplizierte, durch nichts in der homöopathischen Praxis motivierte Versuchsanordnungen. Praktisch alle Experimente sind von einer Art, bei der geringste Ungenauigkeiten bei der Versuchsdurchführung starken Einfluss auf die zu erwartenden Ergebnisse haben. Gleichzeitig existieren keinerlei Vorhersagen über Größe und Richtung der zu erwartenden Effekte aus der Lehre der Homöopathie (mangelnde Theoriebildung), noch gibt es irgendwelche Ansätze, wie die Ergebnisse eine Rolle für die homöopathische Behandlung von Patienten spielen sollen.[55] Dies ermöglicht es den Versuchsleitern, absolut jeden beobachteten Unterschied zwischen den Messreihen als Erfolg der Homöopathie zu feiern, egal in welche Richtung er geht.

Studien aus der Versorgungsforschung würden die Homöopathie als Ganzes unter realen Bedingungen untersuchen und ihre Erfolge belegen. Was hier „Versorgungsforschung“ genannt wird, ist überhaupt keine Versorgungsforschung: Deren Fragestellungen betreffen nämlich die Versorgung der Patienten, etwa ob genug Ärzte vorhanden sind oder ob es Engpässe bei bestimmten Medikamenten gibt.[56] Die Studien, die hier angesprochen werden, haben damit nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um Beobachtungsstudien, „Outcome“-Studien oder Kohortenstudien.[57] In solchen Arbeiten werden die Krankheitsverläufe einer großen Zahl von Patienten dokumentiert, die in den teilnehmenden Praxen behandelt wurden.

Diese Art von Studien hat oftmals keine verblindete Vergleichsgruppe. Sie können von ihrer Methodik her deswegen nur das Gesamtergebnis aller erfolgten Behandlungen dokumentieren.

Speziell können solche Beobachtungsstudien keine Aussage zur Frage der Wirksamkeit homöopathischer Arzneien über Placebo hinaus erbringen. In die Ergebnisse der „Outcome“-Studien fließen immer untrennbar alle Faktoren ein: Die Effekte der Zuwendung in den homöopathischen Anamnesegesprächen genauso wie die Effekte anderer Therapien, die die Patienten erhielten, oder die Veränderungen der Beschwerden, die auch ganz ohne Behandlung über die Beobachtungsdauer eingetreten wären. Es ist auch wenig erstaunlich, wenn Kohorten chronisch kranker Menschen, denen neben allen notwendigen medizinischen Therapien zusätzlich noch homöopathische Betreuung und andere Wellnessangebote finanziert wurden, insgesamt zufriedener mit ihrer Therapie sind. Genau dieses Ergebnis ist aber eben auch für alle Untersuchungen der Art „Intervention plus Placebo“ zu erwarten. Eine Sinnhaftigkeit der homöopathischen Arzneien daraus ableiten zu wollen, ist deshalb höchst irreführend.[58][59] Vielmehr gibt es verblindete Vergleichstudien, die belegen, dass der Nutzen, den Patienten aus einer Konsultation eines Homöopathen ziehen, durch die ausführlichen Anamnesegespräche bedingt ist.[60]

Die wissenschaftlich folgerichtige Handlungsweise muss also darin bestehen, evidenzbasiert behandelnden Ärzten ähnlich gründliche und einfühlsame Patientengespräche zu ermöglichen und so Zuhören und Empathie durch den Arzt mit nachweislich sinnvollen medizinischen Maßnahmen zu verbinden. Empathie und Zuhören in unplausible Verfahren mit pseudowissenschaftlichem Überbau auszulagern, ist dagegen aus Sicht der evidenzbasierten Medizin kein sinnvolles Vorgehen.[61][62]

Das „Modellprojekt Homöopathie“ laufe an der Haunerschen Kinderklinik so erfolgreich, dass auch andere Kliniken schon ähnliche Projekte erwögen. Unerwähnt im Filmbeitrag bleibt, dass die Anstellung von Sigrid Kruse und das Modellprojekt Homöopathie über eine hohe Anstoßfinanzierung durch die die Homöopathie fördernde Carstens-Stiftung zustande kam.[63] Der Filmbeitrag zeigt die Homöopathie in der Haunerschen Kinderklinik als Ergänzung zur medizinischen Versorgung. Auch Jahre nach der Sendung begründete die Pressestelle der Universitätsklinik dies mit dem Wunsch mancher Eltern nach solchen Angeboten und keineswegs über medizinische Erfolge:

Diejenigen Familien, welche eine homöopatische Begleitmedikation wünschen, schätzen dieses Angebot. Es gibt keine wissenschaftlich fundierte Evidenz einer Wirksamkeit.[64]

Mittlerweile hat sich die Münchner Ludwig-Maximilian-Universität von Frau Kruse getrennt. In einer diesbezüglichen Meldung schloss sich die Universität vollinhaltlich der wissenschaftlichen Stellungnahme der EASAC zur Homöopathie an:

Die Vereinigung der Wissenschaftsakademien der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EASAC) hat mahnend darauf hingewiesen, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die Wirksamkeit homöopathischer Medikamente gibt und eine Harmonisierung der europäischen Regelwerke gefordert (…). Die Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital unterstützt die Inhalte dieser Publikation.[65]

Für den Patienten sei es doch am besten, wenn Homöopathie und „Schulmedizin“ zusammenarbeiten würden. Die Behauptung, die Homöopathie sei eine Arzneimittellehre mit spezifisch unterschiedlichen Arzneien, widerspricht der wissenschaftlichen Gesamtevidenz und ist deshalb irreführend. Aussagen, bei denen wir mit bestem Wissen und Gewissen davon ausgehen müssen, dass sie irreführend sind, haben in einer wissenschaftlich begründbaren Medizin keinen Platz.

Wenn man wissenschaftlich begründete Verfahren und wissenschaftlich obsolete Verfahren einfach „kombiniert“ und dem Patienten unkommentiert als Paket anbietet, ist das deswegen keineswegs das Beste für den Patienten, sondern macht das Gesundheitssystem für den Patienten intransparent. Man erschwert dem Patienten die Therapiewahl, wenn man ihm den korrekten Wissensstand zu einem Verfahren einfach nicht nennt, oder – noch schlimmer – versucht, die Ergebnisse mit einem pseudowissenschaftlichen Überbau und einer Diskreditierung der wissenschaftlichen Nachweispflicht für Wirksamkeitsbehauptungen zu verschleiern.

Begrüßt man die Aufnahme eines solchen Verfahrens, dann hat man kein rationales Kriterium mehr, anderen, ebenso unplausiblen Verfahren den Weg ins Gesundheitswesen und in die Kassenerstattung zu verweigern. Es bleiben keine Argumente übrig, selbsternannte Quantenheiler und schamanische Heiltänzer zurückzuweisen, die man für die Homöopathie nicht schon ignoriert hatte.[66][67]

Eine „Zusammenarbeit“ im Sinne des Patienten kann deshalb nur ganz anders aussehen, als die Homöopathen sich das vorstellen: Sie müsste mit der Anerkennung des Placebocharakters der Kügelchen beginnen[68] und der daraus resultierenden Frage nach der besonderen Gesprächssituation in der homöopathischen Anamnese. Die Forderung, von der Homöopathie zu lernen, dem Patienten wieder besser zuzuhören und dem vertrauensbildenden Gespräch zwischen Arzt und Patient mehr Raum im Rahmen medizinischer Praxis zu geben, ist seit langem eine Forderung von Wissenschaftlern und Ärzteverbänden.[69]


Fazit des Informationsnetzwerks Homöopathie

In dieser Sendung wird die wissenschaftliche Einschätzung der Homöopathie an keiner Stelle korrekt und vollständig präsentiert. Im Gegenteil geben die einzelnen Filmbeiträge Behauptungen der Homöopathen völlig unhinterfragt an den Zuschauer weiter. Auch bei Beschwerdebildern wie Krebs und ADHS, für die große und aussagekräftige Systematische Reviews keine Überlegenheit der Homöopathika gegenüber Placebo finden, bleiben diese Arbeiten unerwähnt und die Sendung konzentriert sich auf einzelne, für die Homöopathie positive Arbeiten oder anekdotisch präsentierte Einzelfälle. Wie mangelhaft die Berichte sind, sei noch einmal an einigen Beispielen verdeutlicht:

  • Im Filmbeitrag über Krebs wird die parallel stattgefundene Chemotherapie als Ursache des Verschwindens der Tumore nicht diskutiert. Zu ihr gibt es lediglich einen widersprüchlichen Kommentar: Diese könne in der Situation der Patientin „das Leben verlängern, den Tod aber nicht mehr aufhalten.“ (Minute 6:33) Das Leben zu verlängern bedeutet aber gerade, den Tod aufzuhalten. Auch andere Darstellungen im Bericht ergeben keinen Sinn – etwa, warum die Patientin laut abschließender Bemerkung trotz des geschilderten Erfolgs eine konventionelle Krebstherapie fortführt, obwohl eingangs erklärt worden war, dass an Heilung auf „schulmedizinischem“ Wege nicht zu denken sei. Auf die zentralen Fragen, welche Rolle die konventionelle Behandlung bei der geschilderten Tumorfreiheit gespielt hat und ob sich die Prognose der Patientin tatsächlich verbessert hat, gibt der Filmbeitrag keine Antwort, weil er diese Fragen erst gar nicht aufwirft.
  • Die Betrachtung der wissenschaftlichen Datenlage wird auf die Metaanalyse von Shang/Egger reduziert. Anstatt dem Zuschauer zu erklären, warum aus wissenschaftlicher Sicht die Gesamtevidenz unter Berücksichtigung von Qualitätsmängeln und fehlenden Replikationen wichtig ist, konzentriert man sich auf die Frage, ob in diesem einen Review (von vielen) einzelne Arbeiten mehr hätten berücksichtigt werden müssen. Das Hauptproblem ist nicht, dass unerwähnt bleibt, dass nicht einmal alle Einwände, die gegen die Shang/Egger-Arbeit vorgebracht werden, stichhaltig sind,[70] sondern vor allem, dass dem Zuschauer nicht erklärt wird, dass die Metaanalyse von Shang/Egger nur ein einzelnes Puzzleteil der konsistenten wissenschaftlichen Beleglage für den Placebocharakter der Globuli darstellt.
  • Aussagen der Form, es gäbe ja inzwischen „viele Studien, die sagen: Homöopathie wirkt“ (Minute 10:47) oder dass Kritiker leider nur deshalb noch behaupten könnten, Homöopathika seien Placebos, weil es zu wenige gut gemachte Studien zur Homöopathie gebe (Minute 15:35), stellen die Studienlage vollkommen irreführend dar. Wo öffentlich-rechtliches Bildungsfernsehen die Aufgabe hätte, Evidenzklassen[28] und die Notwendigkeit zur Replikation von Ergebnissen zu erklären, vermittelt man dem Zuschauer durch „Rosinenpicken“ einen verzerrten Eindruck der Evidenz und lässt sogar das Andeuten einer Verschwörung der wissenschaftlichen Community gegen die Homöopathie zu.
  • Berichte und Meinungen von Experten gelten in der evidenzbasierten Medizin als unterste Stufe der Evidenz.[28] Über weite Teile der Sendung wird dem Zuschauer aber nur das präsentiert. Und einige Interviewpartner – etwa ein Landwirt und ein Tierheilpraktiker – gehören nicht einmal in diesen Kreis wissenschaftlicher Fachleute.
  • Immer wieder wird im Verlauf der Sendung an Stelle von „Medizin“ der Begriff „Schulmedizin“ verwendet: Bereits Hahnemann wetterte über die Unfähigkeit der Ärzte „alter Schule“.[71] Der Begriff „Schulmedizin“ hat seither eine abwertende Bedeutung.[72] So wurde im Dritten Reich in antisemitischen Kreisen die „verjudete Schulmedizin“ beklagt, die durch eine germanisch geprägte Heilkunde zu ersetzen sei.[73] Ein angeblich aus der Schule stammendes Wissen unterstellt der Medizin Unflexibilität, Festgefahrenheit und die Unfähigkeit zum Wissensfortschritt. Korrekterweise sollte von „wissenschaftlicher Medizin“ oder „wissenschaftlich orientierter Medizin“ gesprochen werden,[74] um auszudrücken, dass medizinische Praxis auf wissenschaftlicher Forschung und wissenschaftlich begründeten Ursache-Wirkungsbeziehungen beruht. Ein öffentlich-rechtliches Bildungsprogramm sollte derart ideologisch geprägte Kampfbegriffe wie „Schulmedizin“ meiden, statt sie weiter zu verbreiten.
  • Die Homöopathie steht im Widerspruch zur wissenschaftlichen Erkenntnis. Es ist höchst verharmlosend, Kritik an der Homöopathie wegen des Fehlens von Wirksamkeitsnachweisen und der Falschdarstellung der wissenschaftlichen Einschätzung der Homöopathie mit einer kindischen Schulhofprügelei gleichzusetzen, wie am Ende der Sendung geschehen: Es ist das Wesen einer wissenschaftlich begründeten Medizin, jedes Verfahren zu prüfen und auf der Basis der Ergebnisse dieser Prüfung einzuschätzen. Die wissenschaftliche Prüfung der Homöopathie hat ergeben, dass Homöopathika Placebos sind. Die Behauptung, die Homöopathie sei eine Arzneimittellehre mit spezifisch unterschiedlichen Arzneien oder gar eine „Immunmodulationstherapie“, ist deshalb irreführend. Das European Academies Scientific Advisory Council (EASAC)[20] hat mittlerweile in ihrer Stellungnahme zur Homöopathie zu Recht auf die Gefahren hingewiesen, die für den Patienten durch solche Werbung für die Homöopathie entstehen können. Ein Bildungsprogramm sollte die Forderung nach Wirksamkeitsnachweisen bzw. den Hinweis auf ein Fehlen derselben nicht mit Schulhofprügelei gleichsetzen.

In keinem der Filmbeiträge kommen Kritiker der Homöopathie zu Wort. Damit ist nicht einmal die „journalistische Ausgewogenheit“ gegeben, wie sie von Homöopathen oft bei kritischer Darstellung des Verfahrens in der Presse gefordert wird. Zwischen den Filmbeiträgen verstärkt die Moderation den irreführenden Eindruck, die wissenschaftlichen Ergebnisse stünden auf der Seite der Homöopathie. So heißt es im Anschluss an den ADHS-Beitrag explizit, dass Kritiker leider nur deshalb noch behaupten könnten, Homöopathika seien Placebos, weil es wenig gut gemachte Studien zur Homöopathie gebe (Minute 15:35). Dies ist eine Aussage, die die wissenschaftlichen Gesamtevidenz ignoriert und in Bezug auf die Gesamtstudienlage verleugnet, dass es wiederholt in Systematischen Reviews die schlecht gemachten Studien waren, die die größten Effekte zugunsten der Homöopathie ergaben. Passend schließt die Moderation dann auch mit dem Werbespruch „Wer heilt, hat recht!“.

Insgesamt liefert der Bayrische Rundfunk hier also eine äußerst unwissenschaftliche Pro-Homöopathie Sendung. Obwohl in der Sendereihe Faszination Wissen erschienen, bekommt der Zuschauer einen reinen Werbebeitrag, in dem Behauptungen nicht hinterfragt werden und in dem handverlesene Einzelstudien und Anekdoten anstelle fundierter wissenschaftlicher Gesamtevidenz präsentiert werden.



Quellen- und Literaturangaben
  1. Faszination Wissen - „Homöopathie - Medizin oder Mogelpackung“ (Link zum Video auf YouTube, aufgerufen am 14. März 2020)
  2. Hinweis auf das 2017 eingestellte Wissensmagazin Faszination Wissen auf der Webseite des Bayrischen Rundfunks (Link, aufgerufen am 14. März 2020)
  3. Martin Ballaschk:„Die homöopathischen Wissenschaftsfeinde vom Bayerischen Rundfunk“, 23. Apr 2013, auf den Scilogs, den Wissenschaftsblogs des Wissenschaftsmagazins Spektrum (Link, aufgerufen am 14. März 2020)
  4. Beispiel für Homöopathiewerbung mit dem Sendebeitrag „Homöopathie - Medizin oder Mogelpackung?“ (Link zum Facebookprofil der „Online-Akademie für Klassische Homöopathie“, aufgerufen am 17. März 2020)
  5. Webseite des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ): „Faszination Wissen (BR): Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung der Homöopathie“ (Link, aufgerufen am 17. März 2020)
  6. Jens Wurster: „Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierten Tumoren“, Books on Demand, 2015, ISBN: 978-3738631319
  7. Editorial The Lancet Volume 366, ISSUE 9487, P690, August 27, 2005 „The end of homoeopathy“ (Link, aufgerufen am 17. März 2020)
  8. 8,0 8,1 8,2 H. Frei, R. Everts, K. von Ammon, F. Kaufmann, D. Walther, S.F. Hsu-Schmitz, M. Collenberg, K. Fuhrer, R. Hassink, M. Steinlin, A. Thurneysen: „Homeopathic treatment of children with attention deficit hyperactivity disorder: a randomised, double blind, placebo controlled crossover trial“, Eur J Pediatr (2005) 164: 758–767 DOI 10.1007/s00431-005-1735-7 (PDF, aufgerufen am 18. März 2020). „Figure 2“ ist die echte Ergebnisgrafik.
  9. Birgit Gnadl: „Klassische Homöopathie für Rinder, 5. Auflage 2019“, Baumgartnerverlag, ISBN: 978-3-9819192-5-7
  10. Stefania Milazzo, Nancy Russell, Edzard Ernst: „Efficacy of homeopathic therapy in cancer treatment“, Eur J Cancer. 2006;42:282–9 (PDF, aufgerufen am 20. Februar 2020)
  11. Edzard Ernst: „Homeopathy for cancer?“, Curr Oncol. 2007 Aug; 14(4): 128–130 (2007) (Link, aufgerufen am 20. Februar 2020)
  12. Sosie Kassab, Mike Cummings, Saul Berkovitz, Robbert van Haselen, Peter Fisher: „Homeopathic medicines for adverse effects of cancer treatments“, Cochrane Database of Systematic Reviews (2009) (PDF, aufgerufen am 15. Juni 2019)
  13. Moshe Frenkel: „Homeopathy in cancer care“, Alternative therapies in health and medicine 16.3 (2010): 12 (Link zum Abstract, aufgerufen am 8. Juli 2019)
  14. Ahmet Unlu, Kirca Onder, Mustafa Ozdogan: „Homeopathy and cancer“, Journal of Oncological Sciences 3.2 (2017): 77-80 (Link, aufgerufen am 29. Februar 2020)
  15. Alexandre de Nonneville, Anthony Gonçalves: „Homéopathie et cancer, quelles sont les preuves? (Homeopathy in cancer patients: What does the “best” evidence tell us?)“, Bulletin du Cancer, Volume 105, Issue 4, April 2018, Pages 426-430 (Link zum Abstract, aufgerufen am 20. Februar 2020)
  16. M. Rostock, J. Naumann, C. Guethlin, L. Guenther, H. H. Bartsch, H. Walach: „Classical homeopathy in the treatment of cancer patients - a prospective observational study of two independent cohorts“, BMC Cancer201111:19 DOI: 10.1186/1471-2407-11-19 (Link, aufgerufen am 15. Oktober 2019)
  17. Manuskript des Beitrages „Homöopathie bei Krebs unwirksam“ der Fernsehsendung „FACT“ beim mdr (PDF, aufgerufen am 21. März 2019)
  18. Helena Schmid: „Schwere Vorwürfe gegen Schweizer Homöopathie-Klinik - Alina B. (†33) setzte im Kampf gegen Krebs auf «Chügeli»“, Blick vom 30. März 2018, Onlineausgabe (Link, aufgerufen am 17. März 2020)
  19. Simon Hehli: „Homöopathie-Klinik krebst zurück“, Neue Zürcher Zeitung vom 24. Mai 2017, Onlineausgabe (Link, aufgerufen am 17. März 2020)
  20. 20,0 20,1 20,2 20,3 Stellungnahme der EASAC (European Academies Scientific Advisory Council) zur Homöopathie von 2017 (PDF, aufgerufen am 29. Februar 2020)
  21. „Immunsystem: Sieben Maßnahmen gegen eine Erkältung“ von Ulrike Gebhardt in der Onlineausgabe von Spektrum (Link, aufgerufen am 2. April 2020)
  22. von Andreas, Eine Arbeitsgruppe. "Immunmodulation wirkt zweifach." Allergo J (2002): 11. (PDF, aufgerufen am 2. April 2020)
  23. 23,0 23,1 23,2 „Homeopathic Proving Guidelines“ Harmonised by Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (LMHI) and European Committee for Homeopathy (ECH) (PDF, aufgerufen am 10. April 2020)
  24. Rogers, J.: „A systematic review of homeopathic pathogenetic trials“, " Masters thesis, University of York, 2009; (PDF, aufgerufen am 22. März 2020). Zitat: „An analysis of the outcomes of such trials failed to find evidence that Homeopathic medicines produce pathogenetic effects in healthy adults any different to those which occur in participants taking identical placebo medicines. (…) The outcomes are consistent with the hypothesis that homeopathic medicines do not produce pathogenetic effects in healthy volunteers.“
  25. Lucae, Christian: „Verifikationen–Plädoyer für einen Neustart“, Allgemeine Homöopathische Zeitung 264.06 (2019): 18-23 (Link (Login erforderlich), aufgerufen am 10. April 2020)
  26. S. Willich, C. Witt: „Informationen zur Homöopathie“ , Berliner Charité, 2010 (Link zum Webarchiv, aufgerufen am 11. April 2020)
  27. 27,0 27,1 K. F. Schulz, I. Chalmers, R. J. Hayes, D. G. Altman: „Empirical Evidence of Bias – Dimensions of Methodological Quality Associated With Estimates of Treatment Effects in Controlled Trials“, JAMA. 1995;273(5):408-412. (Link, aufgerufen am 22. März 2020)
  28. 28,0 28,1 28,2 28,3 Deutsches Cochrane Zentrum: „Studien nach ihrer Qualität einordnen.“ (PDF, aufgerufen am 10. April 2020)
  29. Dean, Michael Emmans: „‘An innocent deception’: placebo controls in the St Petersburg homeopathy trial, 1829–1830.“, Journal of the Royal Society of Medicine 99.7 (2006): 375-376. (Link, aufgerufen am 12. April 2020)
  30. David Robert Grimes: „Proposed mechanisms for homeopathy are physically impossible“, Focus on Alternative and Complementary Therapies 17.3 (2012): 149-155. (Link zum Abstract, aufgerufen am 20.Februar 2020)
  31. Smith, Kevin: „Homeopathy is unscientific and unethical“, Bioethics 26.9 (2012): 508-512 (PDF, aufgerufen am 16. Mai 2020)
  32. Grams, N., Oude-Aost, J., Harney, O., Aust, N., & Parsch, U.: „Homöopathie in der Pädiatrie–eine kritische Analyse.“, Monatsschrift Kinderheilkunde, 1-6. (2020) (Link zum Abstract, aufgerufen am 22. März 2020)
  33. K. Linde, N. Clausius, G. Ramirez, D. Melchart, F. Eitel, L.V. Hedges, W.B. Jonas: „Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials“, Lancet. 1997 Sep 20;350(9081):834-43 (Link, aufgerufen am 17. März 2020)
  34. K. Linde, D. Melchart: „Randomized controlled trials of individualized homeopathy: a state-of-the-art review“, J Altern Complement Med. 1998 Winter;4(4):371-88 (Link, aufgerufen am 17. März 2020)
  35. K. Linde, M. Scholz, G. Ramirez, N. Clausius, D. Melchart, W.B. Jonas: „Impact of study quality on outcome in placebo-controlled trials of homeopathy“, J Clin Epidemiol. 1999 Jul;52(7):631-6 (Link, aufgerufen am 17. März 2020)
  36. Steven Novella: „FDA Proposes Changes to Homeopathy Regulation“ am 20. Dezember 2017 auf dem Wissenschaftsblog sciencebasedmedicine (Link, aufgerufen am 8. März 2020)
  37. Webseite des British National Health Service: Stellungnahme zur Homöopathie auf der Basis 2010 erstellten House of Commons Science and Technology Committee report on homeopathy (Link, aufgerufen am 20.Februar 2020). Originalzitat: „The review also said that the principles on which homeopathy is based are „scientifically implausible“.“
  38. Prochaska, Nicole: „p-hacked homeopathy?“, Masterarbeit an der Universität Wien (PDF, aufgerufen am 20.Februar 2020)
  39. Reisman, Samuel, Mostafa Balboul, Tashzna Jones: „P-curve accurately rejects evidence for homeopathic ultramolecular dilutions“, PeerJ 7 (2019): e6318. (Link zum Volltext, aufgerufen am 20.Februar 2020)
  40. Artikel Anwendung individueller homöopathischer Medikamente bei ADHS – Studie von H. Frei et al., Universität Bern (2005 / 2006) auf dem Blog von Norbert Aust (Link, aufgerufen am 15. Oktober 2019)
  41. Marko Kovic: „Ist die Wirksamkeit der Homöopathie endlich wissenschaftlich bestätigt? Oder: Heilt Homöopathie Krebs?“; Blog der Schweizer Skeptiker vom 24.04.2013 (Link, aufgerufen am 18. März 2020)
  42. M. Heirs, M.E. Dean: „Homeopathy for attention deficit/hyperactivity disorder or hyperkinetic disorder“, The Cochrane Library (2007) (Link zum Abstract, aufgerufen am 15. März 2020)
  43. Erklärung des Popularitätsfehlschlusses auf dem ratioblog (Link, aufgerufen am 19. März 2020)
  44. Suche auf amazon nach „Klassische Homöopathie für Rinder“ (Link, aufgerufen am 19. März 2020)
  45. L. Hektoen, S. Larsen, S. A. Ødegaard, T. Løken: „Comparison of Homeopathy, Placebo and Antibiotic Treatment of Clinical Mastitis in Dairy Cows–Methodological Issues and Results from a Randomized‐clinical Trial“, Journal of Veterinary Medicine Series A, 51(9‐10), 439-446, 2004 (PDF, aufgerufen am 19. März 2020)
  46. 46,0 46,1 Leitfaden der die Homöopathie fördernden Carstens-Stiftung vom August 2012 - also dem Zeitpunkt der Recherche der BR-Sendung (Link zum Webarchiv, aufgerufen am 19. März 2020)
  47. J.H. Williamson, S.J. Lacy-Hulbert: „Lack of efficacy of homeopathic therapy against post-calving clinical mastitis in dairy herds in the Waikato region of New Zealand“, N Z Vet J. 2014 Jan;62(1):8-14. doi: 10.1080/00480169.2013.796435. Epub 2013 May 24 (Link zum Abstract, aufgerufen am 19. März 2020)
  48. C. Doehring, A. Sundrum: „Efficacy of homeopathy in livestock according to peer-reviewed publications from 1981 to 2014“, Veterinary Record (2016): vetrec-2016. (Link, aufgerufen am 19. März 2020)
  49. M. G. Conzemius, R. B. Evans: „Caregiver placebo effect for dogs with lameness from osteoarthritis“, Journal of the American Veterinary Medical Association; November 15, 2012, Vol. 241, No. 10, Pages 1314-1319; (Link zum Abstract, aufgerufen am 20. März 2020)
  50. Erklärung des „Placebo-by-proxy“ im Stangl Online-Enzyklopädie für Psychologie und Pädagogik (Link, aufgerufen am 4. April 2020)
  51. Webseite der homöopathisch arbeitenden Kinderärzte Dr. Martin Lang und Dr. med Weinzierl-Moll: „Das Märchen von der homöopathischen Impfung“ (Link, aufgerufen am 20. März 2020)
  52. Artikel: „Kann man homöopathisch impfen?“ auf der Webseite Impfen mit Vernunft (Link, aufgerufen am 20. März 2020)
  53. Artikel „Windeier (Ei ohne Schale) und dünnschalige Eier“ auf der Webseite Hühner-Haltung (Link, aufgerufen am 20. März 2020)
  54. V. Majewsky, C. Scherr, S. P. Arlt, J. Kiener, K. Frrokaj, T. Schindler, P, Klocke, S. Baumgartner: „Reproducibility of effects of homeopathically potentised gibberellic acid on the growth of Lemna gibba L. in a randomised and blinded bioassay“, Homeopathy, April 2014, Volume 103, Issue 2, Pages 113–126; (Link zum Abstract, aufgerufen am 15. Oktober 2019)
  55. Moffett, John R., Peethambaran Arun, and M. A. A. Namboodiri: „Laboratory research in homeopathy: con.“, Integrative cancer therapies 5.4 (2006): 333-342. (PDF, aufgerufen am 21. März 2020)
  56. Webseite des Zentrums für Versorgungsforschung der Universität Köln: „Was ist Versorgungsforschung“ (Link, aufgerufen am 21. März 2020)
  57. Übersicht: „Studientypen der medizinischen Forschung“ auf der Webseite „Amboss“ - Fachwissen für Mediziner (Link, aufgerufen am 21. März 2020)
  58. Artikel „Homöopathie und die Mär von der erfolgreichen Versorgungsforschung“ auf dem Blog „Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie“ von Norbert Aust (Link, aufgerufen am 21. März 2020)
  59. Edzard Ernst: „More Harm than Good?: The Moral Maze of Complementary and Alternative Medicine“, Springer, ISBN: 978-3319699400
  60. Brien, Sarah, et al.: „Homeopathy has clinical benefits in rheumatoid arthritis patients that are attributable to the consultation process but not the homeopathic remedy: a randomized controlled clinical trial.“, Rheumatology 50.6 (2011): 1070-1082. (Link, aufgerufen am 26. Mai 2020)
  61. B. Schöne-Seifert, D.R. Friedrich,J.O. Reichardt: „CAM-Präparate als therapeutische Placebos: wissenschaftstheoretische und medizinethische Überlegungen“, Z. Evid. Fortbild. Qual. Gesundh. wesen (ZEFQ) (2015) (PDF, aufgerufen am 12. April 2020)
  62. Norbert Schmacke: „Der Glaube an die Globuli“, Suhrkamp MedizinHuman 2015, ISBN: 978-3-518-46
  63. Webseite der Carstens-Stiftung: Beschreibung des Modellprojektes an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (Link, aufgerufen am 21. März 2020)
  64. „Homöopathie auf der Intensivstation einer Uniklinik?“ auf der Webseite von BR24 - 31.12.2018 (Link, aufgerufen am 23 März 2020)
  65. Webarchiv: Webseite Integrative Pädiatrie und Homöopathie der Universitätsklinik der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) (Link zum Webarchiv, aufgerufen am )
  66. Christian Weymayr, Nicole Heißmann: „Die Homöopathie-Lüge“, Piper (2012), ISBN: 978-3492055369
  67. Artikel „Freibrief für Scharlatane“ von Michael Zenz, erschienen im Spiegel am 1 Juli 1998 (Link, aufgerufen am 20. April 2020)
  68. Antonelli M, Donelli D: „Reinterpreting homeopathy in the light of placebo-effects to manage patients who seek homeopathic care: A systematic Review“, Health Soc Care Community (2018) (Link zum Abstract, aufgerufen am 20.Februar 2020), doi:10.1111/hsc.12681. „If homoeopathy efficacy is comparable to placebo, and if placebo treatments can be effective in some conditions, then homoeopathy as a whole may be considered as a placebo treatment. Reinterpreting homoeopathy as a placebo treatment would define limits and possibilities of this practice.“
  69. Norbert Schmacke: „Der Glaube an die Globuli“, Suhrkamp MedizinHuman 2015, ISBN: 978-3-518-46
  70. „Neue Evidenz für Homöopathie? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!“ auf dem Scienceblog von Prof. Ulrich Berger (Link, aufgerufen am 6. April 2020)
  71. Samuel Hahnemann: „Die Allöopathie. Ein Wort der Warnung an Kranke jeder Art“, Leipzig, 1831 (Link zu Google Books, aufgerufen am 18. April 2020)
  72. Johannes Köbberling: „Der Begriff der Wissenschaft in der Medizin“; herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (PDF, aufgerufen am 18. April 2020)
  73. Caris-Petra Heidel: „Naturheilkunde und Judentum: Medizin und Judentum“, Mabuse-Verlag, 2008, S. 169
  74. Anlauf, Manfred, et al.: „Komplementäre und alternative Arzneitherapie versus wissenschaftsorientierte Medizin“, Ger Med Sci 13 (2015): Doc05 (Link, aufgerufen am 18. April 2020)


Anmerkungen und Originalzitate
  1. Die Einrichtung heißt vollständig Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital; als Kurzbezeichnungen finden sich in der Presse sowohl Haunersche Kinderklinik als auch Haunersches Kinderspital. Link (aufgerufen am 24. April 2020)
  2. Vergleichbare individuell zugeordnete Patientenpaare: der Fachausdruck für ein solches Studiendesign ist das „matched pair“- Verfahren. Die Studienteilnehmer werden auch hier in zwei unterschiedlich behandelte Gruppen verteilt. Dabei bildet man Paare von jeweils zwei Teilnehmern, indem man jedem Teilnehmer der ersten Gruppe einen ähnlichen Teilnehmer der zweiten Gruppe zuordnet. „Ähnlich“ bedeutet hierbei, dass jedes Patientenpaar auf eine oder mehrere Variablen abgestimmt ist, die nicht im Mittelpunkt der Studie stehen, aber dennoch das Ergebnis beeinflussen könnten (Alter, Geschlecht, berufliches Umfeld, vergleichbare Vorerkrankungen etc.). Link zur Erklärung des Verfahrens auf der Webseite des Dictionary of Psychology der American Psychological Association (APA) (aufgerufen am 31. März 2020)
  3. Originalzitat Spektrum: „Doch zunächst einmal sind jegliche Präparate, die eine Stärkung der Abwehrkräfte versprechen, mit Vorsicht zu betrachten. Denn aus wissenschaftlicher Sicht ist nicht klar, wie ein "starkes" Immunsystem überhaupt aussieht.“
  4. „…mittlerweile über 200 klinischen Vergleichsstudien…“: In seinem Systematischen Report von 2015 betrachtete das australische National Health and Medical Research Council (NHMRC) – ein Regierungsausschuss für Forschung zur Gesundheit und Medizin – insgesamt 57 Reviews, in denen 176 Einzelstudien enthalten waren. Über die öffentliche Anhörung kamen weitere Arbeiten hinzu, so dass insgesamt 225 Einzelstudien ausgewertet wurden.
  5. Originalzitat Linde 1998: „The results of the available randomized trials suggest that individualized homeopathy has an effect over placebo. The evidence, however, is not convincing because of methodological shortcomings and inconsistencies.“
  6. Originalzitat Linde 1998: „In the 19 placebo-controlled trials providing sufficient data for meta-analysis, individualized homeopathy was significantly more effective than placebo (pooled rate ratio 1.62, 95 % confidence interval 1.17 to 2.23), but when the analysis was restricted to the methodologically best trials no significant effect was seen.“
  7. Originalzitat Linde 1999: „Studies that were explicitly randomized and were double-blind as well as studies scoring above the cut-points yielded significantly less positive results than studies not meeting the criteria. In the cumulative meta-analyses, there was a trend for increasing effect sizes when more studies with lower-quality scores were added. (…) We conclude that in the study set investigated, there was clear evidence that studies with better methodological quality tended to yield less positive results.“
  8. Originalzitat der EASAC-Stellungnahme zur Homöopathie: „…we agree with previous extensive evaluations concluding that there are no known diseases for which there is robust, reproducible evidence that homeopathy is effective beyond the placebo effect. (…) Promotion of homeopathy – we note that this may pose significant harm to the patient if incurring delay in seeking evidence-based medical care… “
  9. Originalzitat aus der ADHS-Studie von Frei et al.: „Children who achieved a pre-defined level of improvement then participated in a randomised, doubleblind, placebo controlled crossover trial, to study deterioration under placebo.“
  10. Die Frei-Studie gibt den P-Wert der Crossover-Phase mit 0,0479 an. Ein Wert über 0,05 wäre nicht mehr statistisch signifikant.
  11. Eine korrekte Darstellung dieses Umstandes findet sich im Filmbeitrag „Homöopathie - Sanfte Medizin oder Hokuspokus?“, der im Februar 2020 auf ARTE ausgestrahlt wurde. In dieser Sendung wird der Beschreibung seiner Studie durch Heiner Frei deutlich der Unterschied zwischen den erwarteten und den erhaltenen Ergebnissen der kurzen verblindeten Phase gegenübergestellt. ⇒ Siehe hierzu „Homöopathie - Sanfte Medizin oder Hokuspokus?“ Link auf YouTube Minute 31:12 (aufgerufen am 12. April 2020)
  12. Die Cochrane Collaboration ist eine international tätige wissenschaftliche Vereinigung, die sich der unabhängigen Sichtung und wissenschaftlichen Bewertung medizinischer Evidenz widmet. Auf der Webseite von Cochrane Deutschland heißt es hierzu: „Cochrane Deutschland repräsentiert Cochrane, ein internationales Netzwerk, das die wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitssystem verbessern will.“ Link (aufgerufen am 18. März 2020)
  13. Mastitis ist eine meist durch Bakterien verursachte Entzündung der Milchdrüse. In der Rinderhaltung hat sie als Euterentzündung für einen Betrieb wirtschaftliche Bedeutung.
  14. In einer dreiarmigen Studie werden die Teilnehmer (meist zufällig (randomisiert) und wo möglich doppelverblindet) auf drei Behandlungsgruppen verteilt. Eine Gruppe wird mit dem zu untersuchenden Verfahren behandelt, eine Gruppe mit einem bereits am Markt etablierten wirksamen Verfahren und eine Gruppe mit Placebo.
  15. Originalzitat Hektoen et al.: „Evidence of efficacy of homeopathic treatment beyond placebo was not found in this study…“
  16. Im Filmbeitrag „Homöopathie - Sanfte Medizin oder Hokuspokus?“, der im Februar 2020 auf ARTE ausgestrahlt wurde wird korrekt dargestellt, wie klein die Unterschiede in den Wasserlinsenexperimenten tatsächlich waren. ⇒ Siehe hierzu „Homöopathie - Sanfte Medizin oder Hokuspokus?“ Link auf YouTube Minute 30:01 (aufgerufen am 12. April 2020)